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FI Typ A vs. Typ B: Wann brauche ich welchen Fehlerstromschutzschalter?

Vergleich aller RCD-Typen (AC, A, A-SI, B, F) für belgische Elektroinstallationen nach AREI-Normen.

Veröffentlicht am 25. März 2026 5 min Min. Lesezeit

FI Typ A vs. Typ B: Wann brauche ich welchen?

Das AREI schreibt mindestens einen FI-Schutzschalter (RCD) Typ A als Minimum vor. Typ B ist erforderlich, wenn Gleichfehlerströme auftreten können — typischerweise bei Wallboxen ohne integrierten DC-Fehlerstromsensor oder Wärmepumpen mit Frequenzumrichter. Die Wahl des richtigen RCD-Typs ist entscheidend für die Sicherheit und die Keurings-Konformität.

Übersicht aller RCD-Typen

TypErkenntEinsatzbereichPreis (ca.)
ACNur reine WechselfehlerströmeVeraltet, nicht mehr zulässig für Neuinstallationen~€25–40
AWechsel- + pulsierende GleichfehlerströmeStandard für Haushalt~€40–60
A-SIWie Typ A, selektiv (zeitverzögert)Haupt-RCD (300 mA), vermeidet Kaskadenauslösung~€80–120
BAlle Fehlerströme inkl. glatter GleichstromWallbox, Wärmepumpe mit Inverter~€150–250
FWie A + frequenzgesteuerte FehlerströmeFrequenzgesteuerte Antriebe (Motoren)~€100–180

Wann ist Typ B erforderlich?

Typ B ist notwendig, wenn ein Gerät glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann. Dies betrifft vor allem:

  • Wallbox (Ladestation) ohne integrierten DC-Fehlerstromsensor: Einfache Ladestationen ohne 6-mA-DC-Erkennung benötigen einen Typ-B-RCD
  • Wärmepumpe mit Inverter (Frequenzumrichter): Der Frequenzumrichter kann DC-Fehlerströme erzeugen
  • PV-Wechselrichter ohne Transformator: Transformatorlose Wechselrichter können DC-Anteile ins Netz einspeisen

Wann reicht Typ A?

Typ A ist ausreichend für:

  • Wallbox MIT integriertem DC-Fehlerstromsensor (6 mA): Das AREI (Art. 7.22.4) schreibt keinen bestimmten RCD-Typ vor, sondern eine Funktion: Jeder getrennte Wechselstromkreis muss durch einen RCD mit höchstens 30 mA geschützt werden, dessen Betrieb auch bei störendem Gleichstromanteil gewährleistet bleibt (erfüllbar u. a. durch Typ B) oder der mit einer Fehlergleichstrom-Nachweiseinrichtung kombiniert wird (z. B. Typ A + RDC-DD). Ein einfacher Typ A allein reicht bei der Wallbox nicht aus — die Wallbox muss einen integrierten DC-6mA-Sensor haben, der DC-Fehlerströme ab 6 mA erkennt und den Ladevorgang unterbricht
  • Normale Haushaltsgeräte: Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Beleuchtung
  • Steckdosenstromkreise: Standard 30-mA-RCD Typ A

AREI-Anforderungen

AREI ArtikelAnforderung
Art. 4.2.4.3RCD ist Pflicht für jeden Stromkreis (TT-System)
Art. 4.2.4.3_bMaximal 8 Endstromkreise pro 30-mA-RCD
Art. 5.3.5.3_aDifferenzstrom-Schutzeinrichtungen in hauswirtschaftlichen Anlagen mindestens Typ A; am Speisepunkt mindestens 40 A Nennstromstärke
Art. 7.22Wallbox: Eigener Stromkreis mit angemessenem RCD

Selektivität beachten

Für eine korrekte Selektivität sollte die Installation wie folgt aufgebaut sein:

  1. Haupt-RCD: 300 mA, Typ A-SI (selektiv, zeitverzögert)
  2. Gruppen-RCDs: 30 mA, Typ A (für normale Stromkreise)
  3. Spezial-RCD: 30 mA, Typ B (für Wallbox/Wärmepumpe, falls kein DC-Sensor vorhanden)

So löst bei einem Fehler nur der zuständige Gruppen-RCD aus, nicht der Haupt-RCD — die restliche Installation bleibt in Betrieb.

Preisunterschied und Empfehlung

Der Preisunterschied zwischen Typ A (€40–60) und Typ B (€150–250) ist erheblich. Prüfen Sie daher immer zuerst, ob Ihre Wallbox oder Wärmepumpe einen integrierten DC-Fehlerstromsensor hat. Falls ja, reicht ein günstigerer Typ-A-RCD. Die Herstellerdokumentation gibt darüber Auskunft.

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