FAQ

Überspannungsschutz nach AREI — Was Sie wissen müssen

Das AREI schreibt allgemeinen Überspannungsschutz vor (Art. 4.5.1), ohne eine konkrete SPD-Typ-Pflicht zu benennen. Erfahren Sie, was das AREI tatsächlich regelt.

Veröffentlicht am 6. Juli 2026 3 min

Überspannungsschutz im AREI

Das AREI schreibt in Art. 4.5.1 als Grundsatz vor, dass Personen und Güter vor den schädlichen Folgen von Überspannungen geschützt werden müssen — unter anderem durch atmosphärische Phänomene und Schaltüberspannungen. Eine explizite Pflicht für ein bestimmtes SPD-Gerät (z. B. „Typ 2") enthält das AREI jedoch nicht. In der Praxis wird ein Überspannungsschutzgerät von den Kontrollorganismen für Neuinstallationen erwartet und empfohlen.

Was ist ein Überspannungsschutz?

Ein SPD (Surge Protection Device) schützt Ihre Elektrogeräte vor Überspannungsspitzen, die durch Blitzeinschläge, Schaltvorgänge im Netz oder andere Störungen entstehen. Diese Spannungsspitzen können empfindliche Elektronik wie Computer, Fernseher, Wärmepumpen und Wechselrichter zerstören.

SPD-TypSchutz gegenEinbauort
Typ 1Direkter BlitzeinschlagAm Hausanschluss (nur bei externem Blitzschutz)
Typ 2Indirekte ÜberspannungAm Hauptverteiler — empfohlen
Typ 3RestüberspannungAn der Steckdose (Feinschutz, optional)

Wo wird der SPD eingebaut?

Der SPD Typ 2 wird im Schaltschrank installiert. Eine gängige Einbauvariante ist nach dem Haupt-RCD (Fehlerstromschutzschalter) und vor den Abgangsstromkreisen:

Netz → Hauptschalter → Haupt-RCD (300mA) → SPD Typ 2 → Gruppen-RCDs → MCBs

Der SPD kann auch direkt nach dem Hauptschalter, vor dem Haupt-RCD, mit eigener Vorsicherung installiert werden — je nach Herstellervorgabe und Installationskonzept.

Im Eindrahtschema wird der SPD als eigener Abzweig dargestellt, geschützt durch einen dedizierten Sicherungsautomaten (typisch 20A). Wichtig: Die maximale Vorsicherung wird vom SPD-Hersteller vorgegeben und ist nicht frei wählbar. Manche SPDs erfordern eine Schmelzsicherung (gL/gG) statt eines MCB.

Gilt das auch für Bestandsanlagen?

Nein — für bestehende Installationen, die vor der AREI-Revision 2020 abgenommen wurden, besteht keine Nachrüstpflicht (Part 8). Bei der nächsten periodischen Kontrolle wird das Fehlen eines SPD nicht als Mangel gewertet.

Trotzdem empfohlen: Die Kosten für ein SPD-Modul (€50–150) sind minimal im Vergleich zum Schaden, den eine Überspannung an Ihrer Elektronik anrichten kann (Fernseher, Router, Wärmepumpe — schnell mehrere tausend Euro).

SPD bei Photovoltaik (PV)

Wenn Sie eine PV-Anlage betreiben, benötigen Sie Überspannungsschutz auf beiden Seiten:

  • AC-Seite (Wechselstrom): SPD Typ 2 im Hauptverteiler — wie oben beschrieben
  • DC-Seite (Gleichstrom): SPD Typ 2 am Wechselrichter — schützt Module und Wechselrichter vor Blitzschäden. Das AREI (Kapitel 7.112) schreibt für hauswirtschaftliche PV-Anlagen keinen DC-seitigen SPD ausdrücklich vor; ein DC-SPD am Wechselrichter ist jedoch nach den Regeln des Fachs und der Herstellerempfehlung dringend empfohlen, insbesondere bei langen DC-Leitungen oder Leitungsführung auf dem Dach (erhöhtes Blitzeinschlagrisiko)

Wichtig: Viele Wechselrichter haben bereits einen integrierten DC-SPD. Prüfen Sie das Datenblatt Ihres Wechselrichters.

Was kostet der Überspannungsschutz?

KomponenteKosten
SPD Typ 2 Modul (1-phasig)€50 – €80
SPD Typ 2 Modul (3-phasig)€80 – €150
Einbau durch Elektriker€50 – €100
Schutz: Elektronik im Haushalt€5.000 – €20.000+

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