PV-Anlage im Eindrahtschema: Dokumentation für Elektrofachbetriebe
PV-Erweiterungen in Belgien sauber dokumentieren: Strings, Wechselrichter, Anschlussstelle und offene Angaben zwischen Eindrahtschema, Positionsplan und Dossier abstimmen.
Eine PV-Anlage dokumentierst du im Eindrahtschema als durchgehende Kette: Strings mit MPPT-Zuordnung, Wechselrichter mit genauer Modellreferenz, DC- und AC-Leitungen, tatsächlich vorhandene Trenn- und Schutzfunktionen und der eindeutige Anschluss am Verteiler. Positionsplan und Dossier tragen dieselben Referenzen. Dieser Leitfaden ordnet die Arbeit vom Dach bis zur Übergabe. Eine pauschale Kombination aus Kabelquerschnitt, Leitungsschutzschalter und Differenzialschalter gibt er bewusst nicht vor – die ergibt sich aus der konkreten Anlage.
Beispielauftrag: PV ergänzen, Ladepunkt vorbereiten
Unser fiktiver redaktioneller Auftrag ist ein Wohnhaus mit Hauptverteiler DB1, zwei Dachflächen und Wechselrichter INV1 im Technikraum. S1 liegt auf der Ostseite, S2 auf der Westseite. Die bestätigte Herstellerplanung ordnet S1 dem MPPT1 und S2 dem MPPT2 zu. Später kommt der unidirektionale Ladepunkt EV1 dazu. Diese Namen verbinden die drei Artikel; sie sind Beispielreferenzen, keine vorgeschriebene Kennzeichnung und kein exportiertes PlanElec-Projekt.
Leistung, Modulanzahl, Schutzgeräte und Querschnitte bleiben offen, bis du sie für den Auftrag ermittelt hast. Zwei Strings bedeuten nicht automatisch zwei zulässige MPPT-Belegungen: Eingangsspannung, Strom, Parallelverschaltung und Herstellergrenzen prüfst du separat.
Erfassungsmatrix für den Betrieb
| Angabe | Quelle | Ziel im Dossier | Vor Abschluss klären |
|---|---|---|---|
| S1/S2: Module, Anzahl und Zuordnung | Dachaufnahme, Moduldatenblatt, Stringplanung | DC-Struktur und räumliche Referenzen | Tatsächliche Belegung und MPPT-Grenzen |
| INV1: genaue Modellreferenz, AC-Daten | Typenschild, Herstellerunterlagen | Schema und Geräteunterlagen | Modellvariante, Seriennummer, Einstellungen |
| DC- und AC-Leitungen | Aufmaß und Ausführungsunterlagen | Leitungsangaben und Planverlauf | Teilstrecken, Querschnitt, Verlegebedingungen |
| Trennung, Schutz und Erdungsanbindung | Fachplanung, Geräteanleitung, Aufnahme | Tatsächliche Funktionen im Schema | Integriert oder extern, Koordination |
| Anschluss an DB1 | Bestandsaufnahme des Verteilers | Eindeutiger Einspeisepunkt | Bestehende Geräte und mögliche Ströme |
| Dokumentstand | Ausführung und Prüfunterlagen | Plankopf und Übergabeverzeichnis | Verantwortlicher, Datum, offene Punkte |
Für hauswirtschaftliche PV bis 10 kVA nennt AREI 7.112.4 genau die Angaben, die später auch im Kontrollbericht stehen: Anzahl und Nennleistung der Module sowie Anzahl, Art, Seriennummer und maximale AC-Leistung der Wechselrichter. Wer sie in der Matrix sauber führt, hat sie bei der Abnahme parat. Abschnitt 7.112.2 ergänzt die Kennzeichnung der DC-Leiter und aktiven AC-Leiter, die Warnschilder und die Erdung der Modulrahmen.
Schema und Positionsplan gemeinsam lesen
Verfolge S1 und S2 im Schema bis zu den bestätigten Eingängen von INV1, danach den AC-Anschluss bis DB1. Im Positionsplan stehen dieselben Referenzen am tatsächlichen Standort. Eine Dachfläche ist kein elektrischer String: Mehrere Strings auf einer Fläche bleiben unterscheidbar.
In PlanElec steht ein PV-Modulsymbol im Positionsplan für einen vollständigen String und wird genau einem String des verknüpften Wechselrichters zugeordnet. Die strukturierte PV-Seite zeigt einzelne und parallele Strings je MPPT, Y-Abzweig oder Combiner, dokumentierte Kabelteilstrecken, erfasste Schutz- und Trennfunktionen, die AC-Trennstelle und den Rahmen-PE bis zur Erdungsanbindung. Fehlende Herstellergrenzen und unzugeordnete Strings bleiben sichtbar, bis du sie klärst.
Der PV-Positionsplan erklärt die räumliche Aufnahme dieses Auftrags. Die Kombination mit einem Ladepunkt führt EV1 als eigene Erweiterung weiter. Wie du vom elektrischen Modell zum Schema kommst, zeigt die Installations-Anleitung.
Schutzfunktionen aus der konkreten Anlage übernehmen
Eine Wechselrichterbezeichnung legt weder Auslösecharakteristik noch Fehlerstromschutz fest. Halte Bemessungsdaten, Polzahl, Schutzfunktion und Einbauort der tatsächlich vorgesehenen Geräte fest. Eine integrierte Funktion erscheint nicht zusätzlich als erfundenes externes Gerät. Herstelleranforderungen und geltendes AREI/RGIE prüfst du gemeinsam; eine RCMU-Angabe im Datenblatt nimmt dir diese Prüfung nicht ab.
Bei einer Batterie oder Ersatzstromfunktion erfasst du zusätzlich die tatsächlich zugelassenen Betriebsarten, die Trennung und die versorgten Bereiche. Ein Hybridwechselrichter belegt noch keine Ersatzstromversorgung. Der Entwurf bleibt auch bei umgekehrter Energieflussrichtung verständlich.
Geräteprüfung und Netzverfahren
Mit dem Synergrid-C10/26-Check suchst du die genaue Wechselrichterreferenz. Gleiche das Ergebnis mit der aktuellen offiziellen Liste und den Geräteunterlagen ab. Ein Treffer belegt die Listung des Geräts, nicht die Freigabe der ausgeführten Anlage. Ein fehlender Treffer ist ein Klärungsauftrag – kein Anlass, ein ähnlich benanntes Modell einzusetzen.
Die offizielle Synergrid-Seite beschreibt C10/11 und C10/26 und deren Anwendungsbereich. Das Anschlussverfahren klärst du beim Netzbetreiber, der für die Projektadresse zuständig ist. Allgemeine Meldefristen oder Vergütungszusagen aus Musterartikeln übernimmst du nicht in den Auftrag.
Übergabe vor dem Export prüfen
- S1, S2, INV1 und DB1 in beiden Plänen und in den zugehörigen Unterlagen abgleichen.
- Offene Werte anhand der Ausführung klären, nicht durch typische Beispielwerte ersetzen.
- Geräteunterlagen, Mess- und Kontrollunterlagen dem richtigen Dokumentstand zuordnen.
- Nach Änderungen an Strings, Wechselrichter oder Verteiler beide Pläne aktualisieren.
PlanElec erzeugt Eindrahtschema, Positionsplan und PDF-Ausgabe aus denselben erfassten Daten. Der AREI/RGIE-Selbstprüfbericht enthält für PV ein Anlagenverzeichnis mit Wechselrichteridentität, Leistung, MPPTs, Strings und Modulen – ausdrücklich als Planungsregister, nicht als Bericht eines Kontrollorgans. Die Rollen sind klar: Die Selbstprüfung zeigt dir Befunde in den unterstützten Regeln, Fachplanung und Messungen machst du vor Ort, und die Abnahme übernimmt die zugelassene Kontrollstelle.
Primärquellen
- SPF Économie: aktuelles RGIE, Buch 1 als Grundlage für die projektspezifische Prüfung, insbesondere Kapitel 7.112 (Stand V06).
- Synergrid: dezentrale Erzeugungseinheiten für die Gerätehomologation und das Verhältnis zum Anschlussverfahren.
Redaktionell geprüft am 5. Oktober 2026. Die Links führen zu den aktuellen amtlichen Veröffentlichungen; die für deinen Auftrag geltende Fassung und die Herstellerunterlagen prüfst du im Projekt.
Vom Leitfaden zum eigenen Elektroplan
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