FAQ

Smart Home und AREI: Was muss bei der Domotica beachtet werden?

Muss eine Smart-Home-Installation dem AREI entsprechen? Die feste Elektroinstallation ja. Was erlaubt ist, was ins Eindrahtschema gehört und was die Keuring prüft.

Veröffentlicht am 9. Juni 2026 Aktualisiert am 5. Oktober 2026 4 min

Das AREI regelt Smart-Home-Geräte nicht als eigene Kategorie, wohl aber die feste Elektroinstallation, in die sie eingebaut werden. WLAN-Relais, smarte Steckdosen oder Hutschienenmodule sind erlaubt, wenn die Installation dahinter den Vorschriften entspricht und die Module für ihren Einbau geeignet sind. Hutschienenmodule und jede geänderte feste Verdrahtung gehören ins Eindrahtschema und in den Positionsplan.

Was ist erlaubt?

Smart-Home-Geräte wie WLAN-Relais (Shelly, Sonoff), smarte Zwischenstecker (TP-Link, Hue Smart Plug) oder smarte Leuchtmittel (Philips Hue, IKEA TRADFRI) kannst du einsetzen, solange die feste Installation stimmt:

  • Leitungen sind korrekt dimensioniert und abgesichert.
  • Leitungsschutzschalter und Differenzialschalter sind vorhanden und den Stromkreisen richtig zugeordnet.
  • Die Installation ist geerdet.
  • Fest eingebaute Module tragen eine CE-Kennzeichnung und werden innerhalb der vom Hersteller erklärten Zweckbestimmung und Einbaubedingungen verwendet.

Ein Smart-Relais, das einen Verbraucher schaltet, ist eine Steuerungseinrichtung. Elektronische Einrichtungen sind dafür ausdrücklich zugelassen, wenn sie den anwendbaren Normen oder einem gleichwertigen Sicherheitsniveau entsprechen (AREI Unterabschnitt 5.3.3.2 Buchstabe b). Sitzt das Modul in einer Unterputzdose, muss die Dose groß genug sein, um die Verbindungen problemlos aufzunehmen (Unterabschnitt 5.2.6.1).

Hutschienenmodule im Schaltschrank

Eine eigene Kategorie sind Hutschienenmodule wie Shelly Pro, Shelly Pro 3EM oder Sonoff-DIN-Module. Sie sitzen direkt im Verteiler auf der DIN-Schiene und sind damit Teil der festen Installation.

Deshalb erscheinen Hutschienenmodule im Eindrahtschema. Nach AREI Unterabschnitt 3.1.2.2 Buchstabe a zeigt das Eindrahtschema unter anderem Differenzstrom- und Überstrom-Schutzeinrichtungen, Schalter sowie ortsfeste Maschinen und Geräte; nach Abschnitt 9.1.2 gehört das Schema zur Akte der Anlage, die der Eigentümer aufbewahrt. Stelle die Module dort so dar wie jedes andere Verteilermodul.

Übersicht: Smart-Home-Typen und AREI

Smart-Home-TypEinbauortTeil der festen Installation?Im Eindrahtschema?
WLAN-Relais (Shelly 1, Sonoff)Unterputzdose hinter SchalterJa, sobald es fest verdrahtet istJa, wenn die feste Verdrahtung geändert wird (z. B. Neutralleiter zum Schalter gezogen); sonst unverändertes Schema
Smarter ZwischensteckerIn bestehender SteckdoseNeinNein
Smartes LeuchtmittelIn bestehender FassungNeinNein
Hutschienenmodul (Shelly Pro)VerteilerJaJa
Smart-Thermostat (Nest, tado)WandmontageJa, wenn mit 230 V fest angeschlossenDer versorgende Stromkreis ja; batteriebetriebene Geräte nein
Smartes Türschloss (Batterie)TürrahmenNeinNein

Bedienen, Schalten und Trennen

Nicht jede smarte Funktion braucht einen klassischen Wandschalter. Entscheidend sind die Funktion des Geräts und die Regeln für Bedienen, Schalten, Trennen, Not-Aus und Wartung. Das Smart-Relais ist die Steuerungseinrichtung des Verbrauchers (5.3.3.2). Eine App oder Cloudverbindung ist keine Trenneinrichtung, außer Produkt und Stromkreis sind ausdrücklich dafür ausgelegt. Herstelleranleitung und fachliche Planung der festen Verdrahtung legen das fest.

Was prüft die Keuring?

Bei der Konformitätsprüfung prüft die zugelassene Stelle die elektrische Installation, nicht die Smart-Home-Logik:

  • Verkabelung, Schutzeinrichtungen und Erdung werden geprüft.
  • Hutschienenmodule müssen im Eindrahtschema erscheinen, Relais in Schalterdosen dann, wenn für sie die feste Verdrahtung geändert wurde.
  • App, Szenen und Automationsregeln sind nicht Gegenstand der Prüfung.

Smart-Home-Komponenten mit PlanElec dokumentieren

PlanElec dokumentiert Hutschienenmodule im Schaltschrank zusammen mit ihren Schutzgeräten und Stromkreisen. Unterstützte Relais- und Shelly-Kanäle planst du in der Lichtsteuerung mit expliziter Kabelvorschau. Mit aktivem Automationsprofil planst du Kanäle, Bedienstellen und Klemmen im Bereich Domotica und exportierst Kanal- und Klemmenplan als Übergabedossier. Der AREI/RGIE-Selbstcheck prüft die elektrische Seite; Automationslogik, Cybersicherheit und Funkverfügbarkeit liegen bei Hersteller und Integrator. Wie Bussysteme wie KNX ins Eindrahtschema kommen, zeigt Domotica und KNX in der Elektroinstallation.

Amtliche Quellen: FÖD Wirtschaft: AREI Buch 1 V06 und die EU-Kommission zur CE-Kennzeichnung. CE ist die Herstellererklärung nach anwendbarem EU-Recht; die Konformität der belgischen Installation beurteilt die Keuring.


Verwandte Artikel:

Plane dein Smart Home mit sauberer Elektrodokumentation. Jetzt kostenlos starten