Smart Home und AREI: Was muss bei der Domotica beachtet werden?
Muss eine Smart-Home-Installation AREI-konform sein? Ja — die zugrunde liegende Elektroinstallation muss den Vorschriften entsprechen. Hier erfahren Sie, was erlaubt ist und worauf Sie achten müssen.
Smart Home und AREI: Was muss bei der Domotica beachtet werden?
Das AREI regelt keine Smart-Home-Geräte direkt — aber die dahinterliegende Elektroinstallation muss in jedem Fall AREI-konform sein. Ob WiFi-Schalter, smarte Steckdosen oder DIN-Rail-Module: Solange die Basisinstallation den Vorschriften entspricht, sind Smart-Home-Lösungen kein Problem.
Was ist erlaubt?
Smart-Home-Geräte wie WiFi-Schalter (Shelly, Sonoff), smarte Steckdosen (TP-Link, Hue Smart Plug) oder intelligente Leuchtmittel (Philips Hue, IKEA TRADFRI) sind problemlos einsetzbar — solange die zugrunde liegende Elektroinstallation AREI-konform ist.
Das bedeutet:
- Die Verkabelung muss korrekt dimensioniert sein
- Sicherungen und FI-Schalter müssen vorhanden und richtig zugeordnet sein
- Die Installation muss geerdet sein
- Smart-Home-Module in der festen Installation müssen eine CE-Kennzeichnung haben und für den Einbau in feste Installationen zugelassen sein
DIN-Rail-Smart-Module im Schaltschrank
Eine besondere Kategorie sind DIN-Rail-Smart-Module wie Shelly Pro, Shelly Pro 3EM oder Sonoff-DIN-Module. Diese werden direkt im Verteilerkasten auf der Hutschiene installiert.
Wichtig: Da sie Teil der festen Installation im Schaltschrank sind, erscheinen DIN-Rail-Module im Eindrahtschema (das gemäß Abschnitt 3.1.2.2.a u. a. Schutzeinrichtungen, Schalter und ortsfeste Geräte darstellen muss; die Pflicht, das Schema als Teil der Anlagenakte vorzuhalten, ergibt sich aus Art. 9.1.2). Sie müssen dort korrekt dargestellt werden, ähnlich wie andere Schaltschrank-Komponenten.
Übersicht: Smart-Home-Typen und AREI
| Smart-Home-Typ | Einbauort | AREI-relevant? | Im Eindrahtschema? |
|---|---|---|---|
| WiFi-Schalter (Shelly 1, Sonoff) | Hinter bestehendem Schalter | Nein, wenn Basisinstallation konform | Nein, wenn keine Verdrahtungsänderung erfolgt. Ja, wenn die feste Verdrahtung geändert wird (z. B. Neutralleiter zum Schalter gezogen) |
| Smarte Steckdose (Plug-in) | In bestehender Steckdose | Nein | Nein |
| Smart-Leuchtmittel (Hue, TRADFRI) | In bestehender Fassung | Nein | Nein |
| DIN-Rail-Modul (Shelly Pro) | Verteilerkasten | Ja — feste Installation | Ja |
| Smart-Thermostat (Nest, tado) | Wandmontage | Nein, wenn korrekt verkabelt | Nein |
| Smart-Türschloss | Türrahmen | Nein | Nein |
Physischer Schalter bleibt Pflicht
Ein häufiges Missverständnis: Smart-Home-Geräte ersetzen NICHT die vorgeschriebenen physischen Schalter. Die Anlage muss jederzeit sicher bedient und abgeschaltet werden können — Schalter und Bediengeräte selbst müssen normkonform sein und mit Trennfunktion alle Außenleiter gleichzeitig abschalten (Art. 5.3.5.4). Ein Shelly-Modul hinter dem Schalter ist erlaubt — den Schalter weglassen und nur per App steuern ist es nicht.
Das gilt auch für Steckdosen: Eine Smart-Steckdose ersetzt nicht die fest installierte Steckdose dahinter.
Bei der Elektrokontrolle (Keuring)
Bei der Elektrokontrolle prüft der Kontrolleur die elektrische Installation, nicht die Smart-Home-Logik. Das bedeutet:
- Die Verkabelung, Sicherungen und Erdung werden geprüft
- DIN-Rail-Module müssen im Schema erscheinen
- Die Smart-Home-App oder Automationsregeln werden nicht geprüft
- WiFi-Schalter hinter der Wand werden in der Regel nicht beanstandet, sofern die Basisinstallation konform ist
Shelly-Module im Cabinet Editor mit PlanElec
Mit PlanElec können Sie Shelly-DIN-Rail-Module und andere Smart-Home-Komponenten im Cabinet Editor auf der Hutschiene platzieren und im Eindrahtschema korrekt dokumentieren.
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