Anleitung

Erste Schritte mit PlanElec: Vom Grundriss zum ersten Export

Schritt für Schritt durch PlanElec: Projekt und Etagen anlegen, Grundriss zeichnen oder erkennen, Verbraucher verbinden, Schaltschrank belegen und PDFs exportieren.

Veröffentlicht am 14. Juli 2026 Aktualisiert am 5. Oktober 2026 12 Min.

Dein erstes PlanElec-Projekt durchläuft acht Schritte: Projekt anlegen, Grundriss zeichnen oder erkennen, Geräte platzieren, Verbraucher verbinden, Kabelwege prüfen, Schaltschrank belegen, Eindrahtschema und Selbstcheck kontrollieren, Dokumente exportieren. Alles läuft in einem gemeinsamen Projektmodell. Der wichtigste Grundsatz für den Einstieg: Ein Symbol im Grundriss legt fest, wo ein Gerät sitzt. Erst die elektrische Zuordnung macht es zum Teil des Eindrahtschemas.

1. Projekt, Gebäude und Etagen anlegen

Nach der Anmeldung öffnest du die Projektübersicht und wählst Projekt erstellen. Du startest geführt, mit einer Vorlage oder mit einem leeren Projekt. Für das erste Projekt nimmst du am besten die Führung: Sie leitet den nächsten Schritt aus dem tatsächlichen Projektstand ab, und du kannst sie jederzeit pausieren, ohne Projektdaten zu verlieren.

Lege anschließend Gebäude und Etagen an. Öffne die Projektmetadaten und trage Projektname, Installationsadresse und Installateur ein. PlanElec verwendet diese Angaben später in Titelblöcken, im Selbstprüfbericht und im Dossier.

2. Grundriss und Räume erstellen

Im Bereich Grundriss zeichnest du Außen- und Innenwände als Polygon oder Rechteck. Hast du schon einen Plan, importierst du ihn als Referenzbild und kalibrierst ihn über eine bekannte Strecke.

Schneller geht es mit der Erkennung: Lege ein PDF, einen Scan oder ein Foto (PDF, PNG, JPEG oder WebP) unter Unterlagen ab und starte in der Vorschau Grundriss erkennen. PlanElec schlägt Wände, Räume mit Fläche, Türen, Fenster und unterstützte Gerätesymbole vor. Du bestätigst den Maßstab, korrigierst den Entwurf und übernimmst ihn in ein leeres Geschoss. Wie das im Detail läuft, zeigt der Artikel Grundriss aus PDF oder Foto erkennen.

Sobald Wände einen geschlossenen Bereich bilden, erkennt PlanElec einen Raum. Benenne und kategorisiere jeden Raum, etwa Küche, Technikraum oder Schlafzimmer 1. Saubere Räume zahlen sich später aus: bei Ausstattungsvorschlägen, bei der Gruppierung von Verbrauchern, in der Materialansicht nach Raum und bei der fachlichen Kontrolle. Arbeite Etage für Etage und prüfe die Geometrie, bevor du viele Geräte setzt; große Umbauten gehen leichter, solange der Plan noch leer ist.

3. Elektrische Geräte platzieren

Öffne die Gerätepalette und setze Steckdosen, Schalter, Leuchten, Festanschlüsse, Verbindungsdosen und den Verteiler an ihre geplante Position. Wandgebundene Geräte rasten an der Wand ein, Leuchten liegen frei im Raum.

Für geeignete Räume schlägt PlanElec Steckdosen, Beleuchtung, eine Standardausstattung oder ein Spot-Raster vor. Du entscheidest anhand von Türen, Fenstern, Einbauten, Nutzung und Feuchtraumzonen, was bleibt. Die Vorschläge sind ein bearbeitbarer Startpunkt; die Fachplanung triffst du.

Alternativ beschreibst du dem PlanElec-Assistenten in eigenen Worten, was du brauchst, etwa „Platziere drei Steckdosen in der Küche“. Du öffnest ihn über den Bot-Knopf in der Kopfleiste oder mit ⌘J / Strg+J. Jede Änderung des Assistenten ist ein eigener Rückgängig-Schritt, und PlanElec prüft danach das Projekt mit dem AREI/RGIE-Selbstcheck. Mehr dazu im Artikel KI-Assistent für die Elektroplanung.

4. Schalter, Verbraucher und Topologie verbinden

Verbinde Schalter mit den Leuchten, die sie tatsächlich schalten. Für freie Schalter und Leuchten eines Raums schlägt PlanElec eine Schaltkette vor. Danach zeigt dir die Liste der unverbundenen Komponenten, was noch fehlt.

Weise die Verbraucher dann dem passenden Verteiler und Stromkreis zu. Die Auto-Zuweisung gruppiert normale Licht- und Steckdosenpunkte und behandelt unterstützte Spezialgeräte wie Herd, Waschmaschine oder Wallbox separat. Bei mehreren Verteilern verteilt die Mehrfach-Verteiler-Zuweisung die Lasten, bei dreiphasigen Anlagen gleicht das Phase-Balancing L1, L2 und L3 aus und warnt bei deutlicher Schieflast. Prüfe in der Vorschau Schutzgeräte, Phase und Kabelangaben und übernimm erst dann.

Verbindungs- und Abzweigdosen verknüpfst du als echte Topologieknoten, wenn ein Kabel in getrennte Segmente aufgeteilt werden soll. Nähe allein genügt nicht: PlanElec fügt eine Dose nicht automatisch in einen elektrischen Pfad ein.

5. Kabelwege prüfen

Für verbundene Geräte berechnet PlanElec einen Kabelweg entlang der Wände. Kontrolliere Start, Ziel und Verlauf und ergänze bei Bedarf manuelle Wegpunkte. Eine manuell eingetragene Länge hat Vorrang vor der berechneten.

Kabeltyp, Querschnitt, Verlegeart und Länge müssen zur realen Installation passen. Die berechneten Nettolängen fließen in Kabelliste und Materialübersicht ein; Verschnitt und Baustellenreserve schlägst du selbst auf. Die Anleitung Automatische Planung erklärt Verbraucher-, Kabel-, Stromkreis- und Schaltschrankautomatik im Zusammenhang.

6. Schaltschrank belegen

Öffne den Bereich Schaltschrank, wähle Gehäuse, Reihen und Polkonfiguration und starte Auto-Belegen. PlanElec ordnet Hauptschalter, Differenzialschalter und Leitungsschutzschalter in der vorgesehenen Reihenfolge auf den DIN-Schienen an und hält standardmäßig 20 Prozent Schienenplatz frei.

Prüfe danach Modulbreiten, Schutzgruppen und die Verbindungen vom Hauptschalter zum Differenzialschalter und weiter zu den Leitungsschutzschaltern. Fehlende Verbindungen ergänzt du mit dem Verbinderwerkzeug, Module verschiebst du von Hand. Bei mehrphasigen Anlagen kontrollierst du zusätzlich die Phasenübersicht. Hast du einen bestehenden Verteiler vor dir, erkennt PlanElec aus Schaltschrankfotos die sichtbaren DIN-Module und übernimmt sie nach deiner Prüfung in einen leeren Verteiler.

7. Eindrahtschema und Selbstcheck kontrollieren

PlanElec leitet das Eindrahtschema aus der elektrischen Topologie ab. Prüfe, ob Verbraucherzweige, Schutzgeräte, Kabelangaben und Abzweigungen vollständig erscheinen. Ist etwas falsch zugeordnet, korrigierst du die Beziehung im gemeinsamen Projektmodell, nicht nur in der Zeichnung, und prüfst das Schema danach erneut.

Der AREI/RGIE-Selbstcheck meldet Befunde in den Regelbereichen, die PlanElec anhand deiner Projektdaten auswerten kann. Er ist orientierend: Ein fehlerfreier Lauf heißt, dass die unterstützten Regeln in deinen Daten keinen Fehler finden. Welche Regeln das sind, zeigt Was die Selbstprüfung kontrolliert. Die Abnahme der ausgeführten Anlage macht der zugelassene Kontrollorganismus.

8. Dokumente exportieren

Im Bereich Export erzeugst du Eindrahtschema, Positionsplan und den orientierenden Selbstprüfbericht als PDF. Sobald Schaltschrankdaten vorhanden sind, steht auch das Schaltschrank-PDF bereit. Das auswählbare Installationsdossier bündelt die Dokumente mit Deckblatt, Verzeichnis und durchgehender Seitennummerierung. Stromkreis-, Material- und Kabelliste stehen als Pilot bereit: herstellerneutral, ohne Preise und mit sichtbaren Standardannahmen.

Prüfe vor der Weitergabe Metadaten, Lesbarkeit, Seitenfolge und offene Befunde. Den Status jedes Dokuments beschreibt Dokumente exportieren.

So wird dein erster Durchlauf belastbar

Arbeite beim ersten Projekt mit einem kleinen, echten Teilbereich: eine Etage mit Verteiler, zwei Steckdosenstromkreisen, Beleuchtung und einem Festanschluss. So siehst du früh, welche Information räumlich, elektrisch oder dokumentarisch ist. Ein Steckdosensymbol im Grundriss beantwortet die Ortsfrage. Die Zuordnung zu Stromkreis, Schutzorgan und Leitung beantwortet die elektrische Frage. Der Export fasst beide Sichten zusammen; Messwerte, die du nicht erfasst hast, stehen auch nicht darin.

Vor dem Platzieren inventarisieren

Notiere Anschlussart und Spannung, vorhandene Verteiler, Räume, Etagen und alle sichtbaren elektrischen Punkte. Plombierte Bereiche bleiben zu, und die Netzform leitest du nicht allein aus der Aderzahl ab. Bei Bestandsanlagen helfen Fotos der Beschriftung und eine sorgfältige Aufnahme durch eine Fachkraft mehr als Annahmen. Unbekannte Daten markierst du als offen, statt einen plausibel wirkenden Kabeltyp oder Schutzwert einzutragen.

Geräte und Stromkreise getrennt prüfen

Setze zuerst den Verteiler und die realen Geräte. Verbinde Schalter mit den Leuchten, die sie wirklich schalten, und ordne danach die Verbraucher den Stromkreisen zu. Bei jeder automatischen Planung prüfst du, ob die vorgeschlagene Gruppe fachlich passt. PlanElec liefert geführte Bearbeitung und Vorschläge; die Freigabe der Elektroplanung gibst du als Fachkraft. Leitungslänge, Verlegeart, Häufung, Umgebung, Spannungsfall, Kurzschlussstrom und Herstellerbedingungen gehören zu deiner Prüfung, soweit sie nicht im Projekt erfasst sind.

Drei Ansichten synchron halten

Verwende dieselben Stromkreiskennungen im Verteiler, im Eindrahtschema und im Positionsplan. Wenn du ein Gerät verschiebst, einen Stromkreis teilst oder ein Schutzgerät änderst, kontrollierst du danach alle drei Sichten. Ein guter Zwischentest: Kommt eine zweite Person vom Lageplansymbol über die Kennung zum richtigen Stromkreis und zurück zum Verteiler? Wenn ja, ist das Projekt dokumentationsreif.

Den Export als Prüfstand nutzen

Erzeuge zuerst Vorschauen. Kontrolliere Seitenumbrüche, abgeschnittene Beschriftungen, Legende, Installationsadresse, verantwortliche Person, Planversion und Datum. Öffne die PDF-Dateien danach erneut und vergleiche sie mit dem aktuellen Projekt. Eindrahtschema, Positionsplan, Schaltschrank-PDF und Dossier laufen im normalen Workflow. Die Materialliste ist ein Pilot mit sichtbaren Abdeckungsgrenzen und dient der Planung, nicht als Bestellfreigabe.

Der AREI-Selbstcheck ist orientierend. Ein fehlerfreies Ergebnis bedeutet: Die unterstützten, aus deinen Daten entscheidbaren Regeln melden keinen Fehler. Messungen, Herstellerangaben, örtliche Bedingungen und nicht modellierte Regeln prüfst du vor Ort. Lass Planung, ausgeführte Anlage und Unterlagen vor der Inbetriebnahme von einer qualifizierten Elektrofachkraft prüfen; die Keuring übernimmt danach der zugelassene Kontrollorganismus.

Wenn etwas nicht zusammenpasst

SymptomWas du prüfst
Gerät fehlt im Schemadie elektrische Zuordnung, nicht nur die Position
Stromkreis fehlt im Lageplannicht platzierte oder falsch referenzierte Geräte
Schutzwert wirkt unplausibelerst Leiterdaten und Fachplanung klären, dann ändern
Export zeigt alte DatenProjektmetadaten, aktuelle Fassung und zuletzt gespeicherten Stand
Selbstcheck ist unvollständigoffene Angaben ergänzen; unvollständig heißt nie bestanden

Speichern, Varianten und Zusammenarbeit

Gib Projekt und Etagen stabile, verständliche Namen. Bevor du eine größere automatische Planung oder Umstrukturierung ausprobierst, prüfst du den gespeicherten Stand und exportierst bei Bedarf eine Vergleichsfassung. Eine Planvariante ist noch keine ausgeführte Installation: Kennzeichne deshalb eindeutig, welche Variante geplant, verworfen oder vor Ort umgesetzt ist.

Arbeiten mehrere Personen am Projekt, legt ihr fest, wer Grundriss, elektrische Zuordnung, Verteiler und Endprüfung verantwortet. Gemeinsame Stromkreiskennungen benennt niemand still um. Ein kurzer Änderungsvermerk mit Datum, betroffenem Bereich und verantwortlicher Person verhindert, dass eine neue räumliche Fassung mit einer alten elektrischen Fassung exportiert wird.

Beispiel: einen Raum komplett durchplanen

Nimm eine Küche als Übung. Zeichne und benenne den Raum, platziere allgemeine Steckdosen, Beleuchtung und die tatsächlich geplanten Festgeräte. Ordne Schalter ihren Lichtpunkten zu und halte Hochlastgeräte getrennt, wo deine Fachplanung das vorsieht. Kabel- und Automatenwerte leitest du nicht aus dem Gerätenamen ab: Trag bestätigte Daten ein und lass unbekannte Leitungslängen offen.

Kontrolliere danach die Lageplanreferenzen, den Weg jedes Verbrauchers im Eindrahtschema und die Belegung im Verteiler. Prüfe, ob zusätzliche Quellen oder Außenbereiche den betrachteten Umfang berühren. Exportiere beide Pläne und verfolge stichprobenartig drei Geräte in beide Richtungen. Funktioniert diese Kette, nimmst du dir das nächste Zimmer vor.

Datenschutz und Projektdaten

Verwende in Übungsprojekten keine realen Kundendaten. Für ein echtes Dossier sind Name, Installationsadresse und Verantwortliche fachlich nötig; gib sie nur im autorisierten Projektkreis weiter. Prüfe vor dem Versand, ob eine Vorschau interne Notizen, alte Varianten oder unvollständige Angaben enthält. Der Empfänger braucht die freigegebene Dokumentfassung, nicht deinen gesamten Arbeitsstand.

Wann dein erstes Projekt fertig ist

Ein Projekt ist fertig, wenn die räumlichen Punkte mit dem Gebäude übereinstimmen, die elektrischen Zuordnungen nachvollziehbar sind, Verteiler und Pläne dieselben Kennungen verwenden, offene Daten sichtbar sind und eine Fachkraft die relevanten Entscheidungen geprüft hat. Die PDF-Datei ist das Ergebnis dieser Arbeit, nicht ihr Beweis. Die anschließende Kontrolle bewertet die ausgeführte Anlage.

Archiviere zum Abschluss die freigegebenen PDFs und notiere die zugehörige Projektfassung. Wird später ein Gerät verschoben oder ein Stromkreis ergänzt, startest du von diesem Stand. So bleibt der Unterschied zwischen früherer Kontrolle, neuer Planung und späterem Ist-Zustand erkennbar.

Checkliste vor dem ersten Download

  • Gebäude, Etagen und Räume sind vollständig angelegt und benannt.
  • Alle elektrischen Geräte stehen an der richtigen Position.
  • Verbraucher sind mit Topologie, Stromkreis und Verteiler verbunden.
  • Kabelwege und Längen sind geprüft.
  • Schutzkette und Schaltschrankbelegung sind plausibel.
  • Eindrahtschema und Positionsplan sind visuell kontrolliert.
  • Projektmetadaten sind für den vorgesehenen Dokumentstand vollständig.
  • Befunde und Abdeckungslücken des Selbstchecks sind verstanden und bewertet.

Weiterlesen und amtliche Quelle

PlanElec bringt dich vom Grundriss bis zum Dossier. Die Ausführung verantwortet die qualifizierte Elektrofachkraft, die verbindliche Beurteilung trifft ein zugelassener Kontrollorganismus. Weitere Anleitungen findest du in der Wissensbasis, den gesamten Leistungsumfang in der Funktionsübersicht. Im Early Access kannst du PlanElec kostenlos registrieren.