Preflex vs. freie Verlegung: Welche Kabelmethode für Ihr Projekt?
Vergleich von Preflex-Leerrohren und freier Kabelverlegung in Belgien. Vorteile, Nachteile und AREI-Brandschutzklassen auf einen Blick.
Preflex vs. freie Verlegung: Welche Methode passt zu Ihrem Projekt?
Kurzantwort: Preflex ist ein vorkonfektioniertes Leerrohr mit bereits eingezogenen Kabeln — ideal für Neubau, wo es direkt in den Beton eingegossen wird. Freie Verlegung (z. B. XVB auf Putz oder im Kabelkanal) eignet sich besser für Renovierungen, bei denen Schlitze und Leerrohre schwer nachzurüsten sind.
Was ist Preflex?
Preflex ist ein flexibles Wellrohr (Leerrohr), in das werkseitig bereits die passenden Kabel eingezogen sind. In Belgien ist diese Methode bei Neubauten extrem verbreitet: Die Rohre werden in der Rohbauphase auf der Betondecke oder im Estrich verlegt und dann eingegossen. Dadurch sind die Kabel vollständig geschützt und bei Bedarf später austauschbar.
Vergleich: Preflex Safe vs. normaler Preflex vs. freie Verlegung
| Kriterium | Preflex Safe | Normaler Preflex | Freie Verlegung (XVB) |
|---|---|---|---|
| Mantel | Halogenfrei (LSOH) | Standard-PVC | Kein Rohr, Kabel direkt |
| CPR-Brandschutzklasse | Cca-s1,d1,a1 (Kabel im Rohr) | Eca (Kabel im Rohr; die CPR-Klasse bezieht sich auf das Kabel, nicht auf das Rohr selbst) | XVB mit CPR-Kennzeichnung Cca-s1,d2,a1 (bei Neuinstallationen in bestimmten Verlegearten vorgeschrieben; ältere Bestände können noch als Eca klassifiziert sein) |
| Einsatzbereich | Neubau, öffentliche Gebäude | Neubau Wohnbau | Renovierung, Aufputz |
| Kabelwechsel möglich | Ja | Ja | Nein (fest verlegt) |
| Kosten | Am höchsten | Mittel | Am günstigsten |
| AREI-Konformität | Alle Bereiche | Wohnbau erlaubt | Alle Bereiche (wenn Kabeltyp stimmt) |
Vorteile von Preflex
- Saubere Installation: Keine sichtbaren Kabel, alles verputzt oder eingegossen.
- Zukunftssicher: Kabel können nachträglich ausgetauscht oder ergänzt werden, ohne Wände aufzustemmen.
- Schutz: Das Rohr schützt vor mechanischer Beschädigung.
Nachteile von Preflex
- Teurer als direkte Kabelverlegung (Material + Arbeitsaufwand).
- Nur bei Neubau/Kernsanierung sinnvoll — bei einfacher Renovierung kaum nachzurüsten.
- Biegeradien beachten: Enge Kurven können das spätere Nachziehen erschweren.
Was sagt das AREI?
Das AREI schreibt keine bestimmte Verlegemethode vor — beide sind erlaubt. Entscheidend ist die Brandschutzklasse (CPR-Verordnung): Einzeln verlegte Kabel müssen mindestens Eca aufweisen (Art. 5.2.7.2). In Bündeln, Hohlwänden und baulichen Hohlräumen ist mindestens Cca vorgeschrieben (Art. 5.2.7.3, Art. 4.3.3.5b). Achtung: Holzständerwände (bei Renovierungen häufig) zählen als baulicher Hohlraum!
Das Leerrohr darf maximal zu 40 % mit Kabeln gefüllt sein (allgemeine Installationsregel nach den Regeln des Fachs), damit späteres Nachziehen möglich bleibt.
Wann welche Methode?
- Neubau → Preflex (Safe für höchsten Brandschutz)
- Renovierung → XVB-Kabel im Kabelkanal oder Aufputz
- Teilrenovierung → Kombination möglich (neue Kreise in Preflex, bestehende belassen)
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