FAQ

Welche Kabel darf ich im Badezimmer verwenden? (AREI-Bereiche)

XVB oder VOB im Rohr, ohne Metallelemente: Welche Leitungen in den Bad-Bereichen 0, 1 und 2 erlaubt sind, wie du verlegst und welchen Differenzialschalter das Bad braucht.

Veröffentlicht am 9. März 2026 Aktualisiert am 5. Oktober 2026 6 min

Welche Kabel im Badezimmer erlaubt sind

Im Badezimmer verlegst du Leitungen ohne Metallelemente: typisch ein XVB-Kabel oder isolierte Einzeladern (VOB) im Elektroinstallationsrohr. Bewehrte Kabel und Stahlrohre sind im Bad und bis 5 cm tief in seinen Wänden verboten. In den Bereichen 1 und 2 liegen nur Leitungen, die Betriebsmittel in den Bereichen 0, 1 und 2 versorgen; in Bereich 0 nur die Leitungen der dort zugelassenen SELV-Geräte. Alle Badstromkreise schützt ein Differenzialschalter mit hoher oder sehr hoher Empfindlichkeit außerhalb des Bads. So regelt es AREI Buch 1, Kapitel 7.1.

Die Bereiche 0, 1 und 2

Das AREI spricht von Bereichen (umgangssprachlich: Zonen). Sie hängen davon ab, ob du eine Badewanne oder eine Dusche planst (Unterabschnitt 7.1.3.2).

BereichBadewanneDuscheWas dort erlaubt ist
Bereich 0Innenraum der WanneDuschwanne ab 10 cm Tiefe: ihr Innenraum bis 10 cm über ihrem Boden. Sonst: bis 10 cm über dem Boden im Umkreis von 1,20 m um jeden fest angebrachten WasserauslassNur ortsfeste, dauerhaft angeschlossene Geräte über SELV (Quelle außerhalb der Bereiche 0 und 1), höchstens 12 V Wechselspannung; keine Steckdosen, keine Abzweigdosen
Bereich 1über der Wanne bis 2,25 m (oder bis zum höheren festen Wasserauslass), samt Raum unter der Wanneim Umkreis von 1,20 m um jeden fest angebrachten Wasserauslass, bis 2,25 m oder bis zum höheren AuslassSELV-Geräte, SELV-Steckdosen und SELV-Bedienelemente; Niederspannungsgeräte nur dauerhaft angeschlossen und vom Hersteller für Bereich 1 vorgesehen
Bereich 20,60 m rund um Bereich 1nicht festgelegtOrtsfeste Geräte, Schalter, SELV-Steckdosen; 230-V-Steckdosen nur hinter einem Differenzialschalter mit sehr hoher Empfindlichkeit (≤ 10 mA) oder einzeln über einen Trenntransformator bis 100 W
Außerhalb der Bereicheübriger Raumübriger RaumAllgemeine Regeln von Buch 1

Feste Wände können die Bereiche begrenzen; Abbildungen dazu stehen in den Unterabschnitten 7.1.3.3 und 7.1.3.4. Die geforderte Wasserbeständigkeit folgt aus Tabelle 7.3: Bereich 0 verlangt den äußeren Einfluss AD7 (mindestens IPX7), die Bereiche 1 und 2 AD4 (mindestens IPX4). Ausnahme laut Fußnote zu Tabelle 7.3: Niederspannungssteckdosen in Bereich 2 und außerhalb der Bereiche dürfen die Schutzart IPXX haben. Die SELV-Höchstspannungen nennen die Tabellen 7.1 und 7.2. Die Betriebsmittelregeln je Bereich stehen in Unterabschnitt 7.1.5.2 Buchstaben b bis d. Verteiler sind in den Bereichen 0, 1 und 2 verboten, ebenso Betriebsmittel, die andere Räume versorgen oder schützen.

Kabeltypen nach Bereich

LeitungBereich 0Bereiche 1 und 2Außerhalb der Bereiche
XVB-Kabelnur für Bereich-0-Geräte, in feste Wände eingebautja, wenn sie Betriebsmittel in den Bereichen 0, 1 oder 2 versorgtja
VOB / H07V-U im Isolierrohrnur für Bereich-0-Geräte, im Rohr in festen Wändenja, wenn sie Betriebsmittel in den Bereichen 0, 1 oder 2 versorgtja
Einzeladern ohne Rohrneinneinnein
Bewehrtes Kabel, Stahlrohrneinneinnein im Raum und bis 5 cm tief in seinen Wänden

Für die Bereiche 1 und 2 erlaubt Unterabschnitt 7.1.5.2 Buchstabe e vier Verlegearten: im Rohr eingebaut in feste Wände (5.2.9.3), auf Putz (5.2.9.5), in baulichen Hohlräumen (5.2.9.9) und eingebaut ohne Rohr (5.2.9.10). SELV-Leitungen in den Bereichen 0, 1 und 2 brauchen unabhängig von der Verlegeart eine Schutzisolierung nach 4.2.5.4 Buchstabe a.

Worauf du beim Rohr achtest

  • Brandverhalten des Rohrs: Ein Isolierrohr, das zur Flammenausbreitung beiträgt, darfst du nur verwenden, wenn es mindestens 3 cm tief in nicht brennbarem Material eingebaut ist (5.2.7.4 und 5.2.9.3 Buchstabe f). In Hohlwänden und Zwischendecken brauchst du deshalb ein Rohr, das nicht zur Flammenausbreitung beiträgt. Welche Eigenschaft dein vorverdrahtetes Rohr (Preflex) hat, steht auf Rohr und Datenblatt.
  • Keine nackten Einzeladern: Leiter mit nur einer Basisisolierung, wie VOB, gehören nie ohne Rohr in eine Wand oder einen Hohlraum (5.2.9.9 und 5.2.9.10).
  • Kabel in Bündeln: In Bündeln verlegte Leiter und Kabel brauchen mindestens die Eigenschaft F2 oder die Brandklasse Cca, einzeln verlegte mindestens F1 oder Eca (5.2.7.2 und 5.2.7.3).
  • Durchgangsleitungen: Eine Leitung, die nur durch das Bad zu einem anderen Raum führt, hat in den Bereichen 1 und 2 nichts zu suchen. Führe sie außerhalb der Bereiche.

Querschnitt und Absicherung

Für das Bad gelten dieselben Höchstwerte wie im übrigen Haus (Tabelle 4.11 in Unterabschnitt 4.4.1.4):

VerwendungQuerschnittMax. Leitungsschutzschalter
Beleuchtung1,5 mm²16 A
Steckdosen2,5 mm²20 A
Waschmaschine, Trockner (eigener Stromkreis)2,5 mm²20 A
Elektrische Fußboden- oder Wandheizungnach Leistungnach Tabelle 4.11
Durchlauferhitzer, großer Boilernach Leistung und Herstellerangabenach Tabelle 4.11

Geräte mit festem Standplatz ab 2600 W bekommen einen eigenen Stromkreis (5.2.1.2). In feste Wände eingebaute Heizelemente sind außerhalb von Bereich 0 erlaubt, wenn ein Metallgitter sie abdeckt, das an den zusätzlichen Potentialausgleich angeschlossen ist (7.1.4.5).

Differenzialschalter für jeden Badstromkreis

Unterabschnitt 7.1.4.3 verlangt für alle Stromkreise, die das Bad versorgen, einen oder mehrere Differenzialschalter mit hoher oder sehr hoher Empfindlichkeit, in der Praxis 30 mA. Ausgenommen sind nur Endstromkreise mit SELV, mit elektrischer Schutztrennung und Sicherheitsanlagen. Für Licht, Steckdosen und fest angeschlossene Geräte gilt dasselbe.

Zwei Details entscheiden bei der Planung:

  • Der Differenzialschalter sitzt außerhalb des Bads.
  • In hauswirtschaftlichen Anlagen ist er dem Differenzialschalter am Speisepunkt nachgeschaltet. Der Haupt-Differenzialschalter allein reicht für das Bad nicht.

Derselbe 30-mA-Schalter darf auch Stromkreise anderer Räume schützen.

Zusätzlicher Potentialausgleich

Unterabschnitt 7.1.4.4 verlangt im Bad einen zusätzlichen Potentialausgleich: Er verbindet örtlich die Körper der elektrischen Betriebsmittel mit den gleichzeitig berührbaren fremden leitfähigen Teilen, etwa metallischen Wasser- und Heizungsleitungen, einer Metallwanne oder einem Metallabfluss. Ausgenommen sind SELV-Betriebsmittel, Kunststoffleitungen, Heizkörper an Kunststoffleitungen und Betriebsmittel der Klasse II.

So hilft PlanElec beim Bad

Weise in PlanElec den Geräten im Bad ihren Bereich zu. Die AREI/RGIE-Selbstprüfung meldet dann Badstromkreise ohne 30-mA-Differenzialschalter sowie Betriebsmittel, die in den Bereichen 0, 1 oder 2 nicht zulässig sind, etwa eine Netzsteckdose oder einen Netzschalter in Bereich 1. Kabeltyp, Rohr und Verlegeart wählst du nach den Regeln oben. Die Abnahme der Anlage macht die zugelassene Kontrollstelle. Welche Regeln die Selbstprüfung abdeckt, steht unter Was die Selbstprüfung kontrolliert.

Amtliche Quelle: AREI Buch 1, Version 06, Kapitel 7.1 sowie Unterabschnitte 4.4.1.4, 5.2.7.2 bis 5.2.7.4 und 5.2.9.

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