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Elektrokontrolle durchgefallen – was nun? Schritt für Schritt zur erneuten Kontrolle

Deine Elektrokontrolle ist negativ? So liest du den Bericht, bestimmst die geltende Frist nach AREI, planst sichere Korrekturen und bereitest die erneute Kontrolle vor.

Veröffentlicht am 16. Juni 2026 Aktualisiert am 5. Oktober 2026 8 min

Nach einer negativen Elektrokontrolle behebst du jeden Verstoß aus dem Bericht, bringst Eindrahtschema und Positionsplan auf den ausgeführten Stand und lässt die Anlage erneut kontrollieren. Die Frist hängt von der Kontrollart ab: Bei einer neuen Anlage darf der betroffene Teil erst nach Behebung und erneuter Prüfung in Gebrauch gehen. Nach einem periodischen Kontrollbesuch kommt dieselbe Kontrollstelle innerhalb eines Jahres wieder. Nach einer Verkaufskontrolle hat der Käufer 18 Monate ab der Kaufurkunde und wählt die Kontrollstelle frei.

Ein negativer Bericht sagt für sich allein nicht, ob nur Unterlagen fehlen oder ein Sicherheitsrisiko besteht. Maßgeblich sind die einzelnen Feststellungen. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du sie liest, priorisierst, korrigieren lässt und sauber nachweist.

Redaktion und Prüfung: PlanElec-Team, 5. Oktober 2026, gegen AREI/RGIE Buch 1, Version 06, anwendbar seit 1. April 2026.

Was steht im negativen Bericht?

Der Bericht der zugelassenen Kontrollstelle nennt die festgestellten Verstöße gegen Buch 1, Stromkreise mit unzureichendem Isolationspegel und die Schlussfolgerung. Beim Kontrollbesuch einer Hausinstallation unterscheidet er zusätzlich zwischen Verstößen, Bemerkungen und anwendbaren Abweichungen für Bestandsanlagen (Unterabschnitt 6.5.7.2, b.5). Eine Bemerkung ist kein Verstoß – lies deshalb genau, unter welcher Rubrik eine Feststellung steht.

Kürzel und Prioritäten richtig lesen

Interne Kürzel und Prioritätsklassen unterscheiden sich zwischen Kontrollstellen und Berichtsvorlagen. Aus „C1“, „C2“ oder „C3“ folgt deshalb keine allgemeingültige belgische Frist; maßgeblich ist die Legende deines Berichts. Ist eine Feststellung unklar, bitte die Kontrollstelle schriftlich um Fundstelle, betroffenen Stromkreis und erwartete Nachweisform. Hinweise auf unmittelbare Gefahr haben unabhängig vom Kürzel Vorrang: Schalte den betroffenen Teil nicht eigenmächtig wieder ein.

Fristen je nach Kontrollart

KontrollartWas jetzt giltFundstelle Buch 1
Konformitätsprüfung einer neuen Anlage oder wesentlichen ÄnderungBetroffener Teil darf nicht in Gebrauch genommen werden; nach Behebung erneute Konformitätsprüfung9.1.3.1
Periodischer KontrollbesuchVerstöße unverzüglich beheben; erneuter Besuch durch dieselbe Kontrollstelle innerhalb eines Jahres9.1.3.2, 6.5.7.2 b.6, b.7
Verkaufskontrolle einer alten WohnanlageKäufer lässt nach spätestens 18 Monaten ab der Kaufurkunde erneut kontrollieren; freie Wahl der Kontrollstelle8.4.2.2 a

Bei periodischer Kontrolle

Der Bericht nennt in der Schlussformel das Datum, bis zu dem der zusätzliche Besuch derselben Kontrollstelle stattfinden muss (6.5.7.2, b.6). Bestehen bei diesem zweiten Besuch weiterhin Verstöße, schickt die Kontrollstelle eine Kopie des Berichts an die Generaldirektion Energie (b.7). Bis dahin müssen die Arbeiten unverzüglich erfolgen, und alle angemessenen Maßnahmen sind zu treffen, damit von den Verstößen keine Gefahr ausgeht, solange die Anlage in Betrieb bleibt.

Bei Neuinstallation

Bei einer neuen Anlage oder einer wesentlichen Änderung bleibt der betroffene Teil außer Betrieb, bis die Verstöße behoben und erneut geprüft sind (9.1.3.1). Den Netzanschluss stimmst du zusätzlich mit dem zuständigen Netzbetreiber ab; er stellt die Leistung einer neuen Anlage erst bereit, wenn ein positiver Bericht vorliegt (6.4.6.2).

Bei Immobilienverkauf

Nach einer negativen Verkaufskontrolle teilt der Käufer der ursprünglichen Kontrollstelle schriftlich seine Identität und das Datum der Kaufurkunde mit. Spätestens 18 Monate nach diesem Datum lässt er prüfen, ob die Verstöße behoben sind. Die Kontrollstelle darf er frei wählen; eine andere Stelle informiert die erste (8.4.2.2 a). Maßgeblich ist das Datum der authentischen Urkunde, nicht das eines privaten Kaufversprechens.

Zehn Prüfbereiche, die du im Bericht wiederfindest

Diese Bereiche tauchen in Berichten regelmäßig auf. Sie sind keine statistische Rangliste, aber eine gute Landkarte für deine Feststellungen.

Nr.PrüfbereichFundstelle
1Differenzialschalter fehlt oder passt nicht: 300 mA am Speisepunkt, höchstens 30 mA für die vorgeschriebenen Kreise, mindestens Typ A4.2.4.3 b, 5.3.5.3 a
2Eindrahtschema oder Positionsplan fehlt oder stimmt nicht mit der Anlage überein3.1.2, 9.1.2
3Erdungswert und FI-Anordnung passen nicht zusammen (unter 100 Ω; über 30 Ω strengere Anordnung)4.2.3.2, 4.2.4.3 b
4Stromkreise im Verteiler nicht eindeutig gekennzeichnet3.1.3
5Leitungen für Verlegeart und Beanspruchung nicht ausreichend mechanisch geschützt5.2.1.5, 5.2.2
6Bereiche und Schutzanforderungen im Bad nicht eingehaltenKapitel 7.1
7Haupt-Lasttrennschalter fehlt oder ist zu klein (Hausinstallation mindestens 40 A)5.3.5.1 b
8Schutzorgan und Querschnitt nicht koordiniert4.4.1.4, Tabelle 4.11
9Überspannungsschutz nicht fachlich bewertet4.5.1
10Regionale Rauchmelderpflicht wird mit AREI-Pflichten vermischt – beide Rechtsbereiche getrennt prüfenregionales Wohnrecht, nicht AREI

Schritt für Schritt nach der negativen Kontrolle

Schritt 1: Bericht Zeile für Zeile lesen

Gehe jede Feststellung einzeln durch und notiere:

  • Unter welcher Rubrik steht sie: Verstoß, Bemerkung oder Abweichung?
  • Wo genau liegt das Problem: Raum, Verteiler, Stromkreis?
  • Was genau wird beanstandet, und welche Regel ist betroffen?

Schritt 2: Prioritäten setzen

Zuerst kommen alle Feststellungen, die der Bericht als unmittelbare Gefahr, Abschaltgrund oder Hindernis für die Ingebrauchnahme kennzeichnet. Danach planst du die übrigen Verstöße nach Abhängigkeit: erst Ursache und Schutzkonzept, dann Ausführung, Messung und Dokumentation.

Schritt 3: Elektrofachkraft beauftragen

Du kannst den Bericht ordnen, Unterlagen sammeln und die Pläne mit der sichtbaren Anlage vergleichen. Arbeiten im Verteiler, an Schutzgeräten, an der Erdung oder an festen Leitungen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft, zum Beispiel:

  • Differenzialschalter nachrüsten oder tauschen
  • Erdung verbessern oder die FI-Anordnung an den Erdungswert anpassen
  • Leitungen mechanisch schützen oder neu verlegen
  • Haupt-Lasttrennschalter einbauen

Schritt 4: Pläne auf den ausgeführten Stand bringen

Eindrahtschema und Positionsplan zeigen den Zustand nach der Korrektur. Übernimm keine vermuteten Querschnitte oder Schutzwerte; unbekannte Merkmale klärst du vor dem Export oder kennzeichnest sie ausdrücklich als offen.

Schritt 5: Erneute Kontrolle vereinbaren

Wer kontrolliert, hängt von der Kontrollart ab: Nach einem periodischen Besuch kommt dieselbe Kontrollstelle, nach einer Verkaufskontrolle wählt der Käufer frei. Kläre anhand des Berichts den Umfang, bevor du buchst.

Feststellung in eine prüfbare Maßnahme übersetzen

Der Bericht beschreibt ein Ergebnis, nicht automatisch die Ursache. „Isolationswiderstand unzureichend“ kann einen beschädigten Leiter, Feuchtigkeit oder ein angeschlossenes Gerät betreffen. Zur Einordnung: Bei der Messung muss jeder Stromkreis mindestens 500 kΩ bei 500 V Prüfspannung erreichen (6.4.5.1). „Plan stimmt nicht überein“ reicht von einer fehlenden Steckdose bis zu einer falschen Schutzgerätefolge. Lass deshalb zuerst Ursache und Umfang bestimmen, bevor ein einzelnes Bauteil getauscht wird.

Für jede Feststellung helfen fünf Fragen:

  1. Welcher Anlagenteil wurde tatsächlich kontrolliert?
  2. Welche Regel oder Schutzfunktion ist betroffen?
  3. Welche Diagnose oder Messung bestätigt die Ursache?
  4. Welche Korrektur beseitigt die Ursache, nicht nur das Symptom?
  5. Welcher Nachweis zeigt der Kontrollstelle die fertige Korrektur?

Mehrere Verstöße hängen oft zusammen. Eine geänderte Verteilung beeinflusst Eindrahtschema, Beschriftung, Schutzgeräte und Messwerte. Eine neue Erdungsmaßnahme ist abgeschlossen, bevor Pläne finalisiert und erneut gemessen wird. Plane deshalb einen einzigen, konsistenten Endstand statt einer Folge widersprüchlicher Zwischenstände.

Dokumentationsmangel und Ausführungsmangel trennen

Ein fehlender Plan wird nicht dadurch behoben, dass jemand einen ungeprüften Plan zeichnet. Erfasse zuerst die Anlage – Öffnen und Messen übernimmt die Fachkraft. Dann ordnest du jedem Symbol den tatsächlichen Stromkreis zu und prüfst, ob Verteilerbeschriftung, Eindrahtschema und Positionsplan dieselbe Referenz verwenden.

Umgekehrt behebt eine schönere Zeichnung keinen Ausführungsmangel. Ist ein Schutzgerät ungeeignet, die Erdung unzureichend oder eine Leitung mechanisch gefährdet, wird die Anlage korrigiert und gegebenenfalls neu gemessen; danach folgt der Plan dem ausgeführten Zustand. Diese Reihenfolge sorgt dafür, dass die Kontrollstelle bei der erneuten Kontrolle aktuelle Unterlagen und eine korrigierte Anlage vorfindet.

Sonderfall Verkauf

Bewahre als Käufer Bericht, Kaufurkunde und Anlagenakte gemeinsam auf. Die 18 Monate laufen ab dem Tag der Kaufurkunde. Die Frist ist kein Aufschub für erkennbare Gefahren: Unsichere Anlagenteile lässt du sofort von einer Fachkraft bewerten und gegebenenfalls außer Betrieb nehmen.

Wird das Gebäude abgerissen oder die Anlage vollständig erneuert, gilt ein eigener Weg: Verkäufer und Käufer halten das in der Urkunde fest, der Käufer informiert die Generaldirektion Energie, und für die neue Anlage gilt die Konformitätsprüfung nach Kapitel 6.4 (8.4.2.2 a und b). Die FÖD-FAQ für Notare und Immobiliensektor beantwortet weitere Verkaufsfragen.

Kosten realistisch planen

Tarife und Reparaturkosten hängen von Kontrollart, Kontrollstelle, Anfahrt, Zahl der Verteiler, Messaufwand und tatsächlichem Mangel ab. Den aktuellen Tarif erfragst du direkt bei der Kontrollstelle. Ein gutes Reparaturangebot weist Diagnose, Material, Arbeitszeit, Messungen, Plananpassung und erneute Kontrolle getrennt aus – so erkennst du, ob eine verdeckte Leitungsreparatur oder ein Verteilerumbau eingerechnet ist.

Belastbare Akte für die erneute Kontrolle

Führe eine Tabelle mit einer Zeile pro Feststellung: Berichtstext, betroffener Stromkreis, Maßnahme, verantwortliche Person, Abschlussdatum und Nachweis. Fotos ergänzen die Akte; Messungen ersetzen sie nicht. Aktualisiere die Pläne nach der tatsächlichen Ausführung und prüfe danach Beschriftungen und Referenzen noch einmal.

Die FÖD-Übersicht der Kontrollarten erläutert Folgen und Fristen, die Liste der zugelassenen Kontrollstellen ist ebenfalls amtlich.

Änderungen bis zur erneuten Kontrolle beherrschen

Friere nach der Mängelbeseitigung einen dokumentierten Stand ein: datierte Pläne, Verteilerbeschriftung, Messunterlagen und Fotos der später verdeckten Arbeiten. Jede weitere Änderung vor dem Termin prüfst du gegen diesen Stand und trägst sie nach. Sonst zerstört eine kleine zusätzliche Leitung genau die Übereinstimmung, die Elektriker und Planer gerade hergestellt haben. Bitte alle Bewohner, bis zur Kontrolle auf provisorische Anschlüsse und eigene Umbauten zu verzichten. Muss doch etwas geändert werden, bekommt die verantwortliche Fachkraft Bericht, aktuelle Pläne und eine eindeutige Beschreibung der Änderung.

Letzter Check vor dem neuen Termin

  • Jede Feststellung ist einer abgeschlossenen Maßnahme zugeordnet.
  • Messpflichtige Korrekturen sind fachgerecht gemessen und dokumentiert.
  • Stromkreiskennzeichen stimmen im Verteiler und in beiden Plänen überein.
  • Neue oder entfernte Geräte sind im Positionsplan nachgetragen.
  • Nennwerte und Leitungsangaben im Eindrahtschema entsprechen der Ausführung.
  • Kontrollstelle und Kontrollart sind bestätigt.
  • Bericht, Pläne, EAN-Nummer und Herstellerunterlagen liegen bereit.

So geht jede erledigte Reparatur mit einem klaren Nachweis in die erneute Kontrolle. Plane Zeit für Rückfragen und gegebenenfalls eine zweite Diagnose ein: Eine Feststellung ist erst erledigt, wenn Ursache, Ausführung und Nachweis zusammenpassen.

Wie PlanElec hilft

PlanElec macht unterstützte Planungsfehler vor der erneuten Kontrolle sichtbar und hält deine Unterlagen konsistent:

  • AREI/RGIE-Selbstprüfung meldet Befunde zu FI-Schutz und Absicherung in den unterstützten Regeln
  • Eindrahtschema bildet die erfasste Topologie strukturiert ab
  • Positionsplan nutzt die belgische Symbolbibliothek
  • Stromkreisreferenzen sind in Schema und Plan identisch

Die Rollen bleiben klar: PlanElec zeigt dir, ob Planung und Unterlagen in den unterstützten Regeln stimmig sind; Messungen und das Urteil über die Anlage liefert die zugelassene Kontrollstelle.


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