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Wärmepumpe im Eindrahtschema: Stromkreis und Angaben richtig darstellen

So dokumentieren Sie Außen- und Inneneinheit, Zusatzheizung, Schutzgeräte, Leitung und Herstellerangaben einer Wärmepumpe im Eindrahtschema nach AREI Buch 1 V06.

Veröffentlicht am 29. August 2026 10 min

Eine Wärmepumpe ist im Eindrahtschema kein einzelnes Kästchen mit einer Leistungszahl. Je nach System gehören eine Außen- und Inneneinheit, ein elektrischer Heizstab, Pumpen, Regelung oder ein separater Warmwasserspeicher zur Anlage. Diese Teile können gemeinsam oder über mehrere Stromkreise versorgt werden. Das Schema muss die tatsächlich ausgeführte elektrische Struktur zeigen – nicht das vereinfachte Hydraulikschema aus dem Verkaufsprospekt.

AREI Buch 1 V06 schreibt nicht für jede Wärmepumpenmarke ein fertiges Standardsymbol oder einen universellen FI-Typ vor. Maßgeblich sind die allgemeinen Regeln für Stromkreise, Schutz, Leitungen und Dokumentation sowie die elektrischen Herstellerangaben des konkreten Geräts. Genau diese Trennung verhindert typische Fehler.

Zuerst die elektrische Anlage inventarisieren

Beginnen Sie nicht mit dem Zeichnen, sondern mit Typenschildern, Datenblättern und dem Verteiler. Erfassen Sie für jede elektrisch versorgte Einheit:

  • genaue Gerätebezeichnung und Funktion;
  • ein- oder dreiphasige Versorgung und Nennspannung;
  • Nennstrom beziehungsweise vom Hersteller verlangte Absicherung;
  • vorhandene Frequenzumrichter- oder Invertertechnik;
  • geforderten Fehlerstromschutz und mögliche Gleichfehlerstromanteile;
  • Kabeltyp, Leiterzahl, Querschnitt und Verlegeweg;
  • lokale Trenn- oder Wartungsschalter, sofern tatsächlich vorhanden;
  • separate elektrische Zusatzheizung, Kurbelgehäuseheizung, Umwälzpumpe oder Regelversorgung.

Ein Datenblatt mit „thermische Leistung 8 kW“ beantwortet diese Fragen nicht. Thermische Leistung, elektrische Aufnahmeleistung und Anschlusswert sind verschiedene Größen. Im Eindrahtschema zählt die elektrische Ausführung.

Ein Gerät oder mehrere Stromkreise?

Bei einem kompakten Monoblock kann eine einzige Versorgung zur Außeneinheit führen. Eine Split-Anlage kann Außen- und Inneneinheit getrennt versorgen. Ein integrierter Heizstab kann über denselben Anschluss laufen oder einen eigenen, höher belasteten Stromkreis benötigen. Manche Regelungen werden aus der Inneneinheit gespeist, andere besitzen eine eigene Sicherung.

Zeichnen Sie daher nicht automatisch diese pauschale Kette:

Verteiler → Automat → Wärmepumpe

Eine reale Anlage kann beispielsweise so aufgebaut sein:

Hauptverteiler
├─ Stromkreis WP1 → Schutzgerät → Leitung → Außeneinheit/Inverter
├─ Stromkreis WP2 → Schutzgerät → Leitung → Inneneinheit/Regelung
└─ Stromkreis WP3 → Schutzgerät → Leitung → elektrischer Zusatzheizer

Die Bezeichnungen WP1, WP2 und WP3 sind nur ein lesbares Beispiel. Verwenden Sie im Projekt die vorhandene Stromkreislogik und dieselben Referenzen im Situationsplan.

Welche Angaben gehören an den Abgang?

Der Abgang sollte vom Verteiler bis zum Verbraucher nachvollziehbar sein. Dokumentieren Sie mindestens:

  1. Stromkreisreferenz;
  2. Art, Polzahl und Bemessungsstrom des Überstromschutzes;
  3. vorgeschalteten Fehlerstromschutz mit Bemessungsdifferenzstrom und Typ, wenn vorhanden;
  4. Kabel- oder Leiterart, Leiterzahl und Querschnitt;
  5. Phasenzuordnung bei mehrphasiger Versorgung;
  6. eindeutige Gerätebezeichnung, etwa „Wärmepumpe Außeneinheit“;
  7. relevante elektrische Leistung oder Nennstromangabe;
  8. lokale Trennstelle, Schütz oder Lastmanagement-Komponente, sofern Teil der festen Installation.

Das Verhältnis zwischen Kabelquerschnitt und Schutzorgan lässt sich nicht allein aus der Geräteleistung ableiten. Leitungslänge, Verlegeart, Häufung, Umgebungstemperatur, Spannungsfall, Kurzschlussbedingungen und Herstelleranforderungen bleiben Teil der Dimensionierung.

FI/RCD: kein Universaltyp für jede Wärmepumpe

Wärmepumpen mit leistungselektronischem Verdichter können Fehlerströme mit anderen Wellenformen erzeugen als ein rein ohmscher Verbraucher. Daraus folgt aber nicht, dass jede Wärmepumpe pauschal einen Typ B benötigt oder dass Typ A immer ausreicht. Prüfen Sie:

  • die verbindliche Installationsanleitung des exakten Modells;
  • ob eine Gleichfehlerstrom-Erkennung im Gerät vorhanden ist;
  • welche Schutzmaßnahme für den Netz- und Erdungstyp geplant ist;
  • Selektivität und Aufteilung zu vorgeschalteten RCDs;
  • unerwünschte Summen- und Ableitströme weiterer Verbraucher.

Der Artikel FI Typ A oder Typ B erklärt die Wellenformen und grenzt Hochimmunität, Selektivität und Fehlerstromtyp voneinander ab. Im Schema steht das tatsächlich eingebaute Schutzgerät, nicht eine Vermutung aus einer allgemeinen Tabelle.

Symbol und Legende sauber lösen

Tabelle 2.23 von AREI Buch 1 V06 ist eine nicht erschöpfende Symbolübersicht. Fehlt für eine bestimmte Wärmepumpenkonfiguration ein eindeutiges Zeichen, darf eine verständliche Darstellung verwendet werden, wenn sie in der Legende definiert ist. Eine mögliche Dokumentation trennt beispielsweise:

  • WP-A: Wärmepumpe Außeneinheit;
  • WP-I: Wärmepumpe Inneneinheit;
  • ZH: elektrischer Zusatzheizer.

Das Kürzel muss im gesamten Dossier gleich bleiben. Verwenden Sie es nicht gleichzeitig für eine Umwälzpumpe oder einen Heizkreis. Die AREI-Symbolübersicht zeigt, wann Standardzeichen genügen und wann eine projektspezifische Legende nötig ist.

Eindrahtschema und Situationsplan synchron halten

Das Eindrahtschema beantwortet, wie die Wärmepumpe elektrisch angeschlossen und geschützt ist. Der Situationsplan zeigt, wo feste elektrische Betriebsmittel liegen. Verorten Sie dort je nach Projekt insbesondere:

  • Außen- und Inneneinheit;
  • Wartungs- oder Trennschalter;
  • Unterverteiler oder Regelkasten;
  • festen Zusatzheizer;
  • relevante Leitungswege, wenn sie für die Lesbarkeit oder spätere Arbeiten wichtig sind.

Jede Position erhält dieselbe Stromkreisreferenz wie im Eindrahtschema. Ein Hydraulikplan kann das Dossier ergänzen, ersetzt die beiden elektrischen Pläne aber nicht. Mehr zur Rollenverteilung steht unter Eindrahtschema versus Situationsplan.

Häufige Dokumentationsfehler

Nur „Wärmepumpe 8 kW“ eintragen

Die Angabe verwechselt häufig thermische und elektrische Leistung. Schutzorgan, Versorgung und Leitung bleiben unklar.

Zusatzheizung übersehen

Ein Heizstab kann die elektrische Spitzenlast deutlich verändern und einen eigenen Anschluss besitzen. Er muss erscheinen, wenn er Teil der festen Installation ist.

Herstellerforderung durch Faustregel ersetzen

Ein pauschaler RCD- oder Automatenvorschlag ist kein Ersatz für das konkrete Gerätedatenblatt und die vollständige Schutzplanung.

Planungsstand als Ist-Zustand ausgeben

Leitungsweg, Phasen oder Geräteausführung können sich während der Montage ändern. Vor Abschluss müssen Schema, Beschriftung im Verteiler und Anlage vor Ort abgeglichen werden.

Belastbare Abschlusskontrolle

Prüfen Sie vor der Übergabe:

  • Stimmen Typenschild und Gerätebezeichnung mit dem Schema überein?
  • Sind Außen-, Innen- und Zusatzkomponenten vollständig erfasst?
  • Entsprechen Polzahl, Nennstrom und RCD-Angaben den eingebauten Geräten?
  • Sind Kabeldaten und Phasen nachvollziehbar?
  • Stimmen Stromkreisreferenzen in Eindrahtschema, Situationsplan und Verteiler überein?
  • Sind Herstellerunterlagen und spätere Änderungen im Installationsdossier abgelegt?

Diese Kontrolle ist eine Dokumentationsprüfung. Die vorgeschriebene Prüfung durch eine zugelassene Stelle und die fachgerechte elektrische Auslegung ersetzt sie nicht.

Wann das Schema erneut aktualisiert werden muss

Nicht nur der Austausch der kompletten Wärmepumpe kann eine Dokumentationsänderung auslösen. Prüfen Sie den Plan auch, wenn ein Heizstab nachgerüstet, die Anschlussleistung freigeschaltet, ein einphasiges durch ein dreiphasiges Gerät ersetzt oder eine externe Steuerung fest eingebaut wird. Gleiches gilt, wenn ein Installateur den RCD, die Absicherung oder den Leitungsweg ändert.

Notieren Sie bei einer Änderung nicht einfach das neue Modell über das alte Symbol. Vergleichen Sie:

  • alte und neue elektrische Anschlussdaten;
  • vorhandene Leitung und tatsächlich nutzbare Leiter;
  • Schutzgeräte und Herstelleranforderungen;
  • Phasenbelegung und Auswirkungen auf den Verteiler;
  • Positionen im Situationsplan;
  • Versionsdatum und zugehörige Geräteunterlagen.

Bleibt ein außer Betrieb genommener Stromkreis physisch vorhanden, muss die Dokumentation seinen wirklichen Zustand verständlich machen. Ein im Schema aktiver Verbraucher, der vor Ort abgeklemmt ist, ist ebenso irreführend wie eine neue Zusatzheizung, die im Plan fehlt.

Praxisbeispiel: Außengerät, Inneneinheit und Heizstab

Angenommen, eine Anlage besteht aus einem dreiphasig versorgten Außengerät, einer separat gespeisten Inneneinheit und einer elektrischen Zusatzheizung. Zeichnen Sie nicht vorschnell einen einzigen Block. Prüfen Sie am gelieferten Modell und an der Verdrahtung, ob drei Abgänge existieren oder ob Komponenten intern vom Außengerät versorgt werden. Nur tatsächlich getrennte Stromkreise erhalten eigene Schutzkette, Leitungsangaben und Referenz.

Für jeden vorhandenen Abgang erfassen Sie die elektrische Maximallast aus der verbindlichen Herstellerunterlage, nicht die thermische Heizleistung aus dem Prospekt. Ergänzen Sie Phasen, Neutralleiter und Schutzleiter entsprechend der realen Leitung. Ein dreiphasiges Außengerät kann daneben ein einphasiges Regel- oder Innenmodul besitzen; die gemeinsame Funktionsbezeichnung „Wärmepumpe“ macht diese Unterschiede nicht sichtbar. Der Heizstab ist besonders zu prüfen, weil seine Anschlussleistung und Schaltstufen die Wärmepumpenangabe deutlich übersteigen können.

Auf dem Situationsplan stehen Außengerät, Inneneinheit, fester Trennpunkt und gegebenenfalls separat gespeister Heizstab an ihren tatsächlichen Orten. Steuer-, Bus- oder Fühlerleitungen werden nicht als Leistungsstromkreis ausgegeben. Sind sie für Wartung wichtig, beschreiben Sie sie in Legende oder Herstellerdokumentation eindeutig, ohne sie mit der Netzversorgung zu vermischen.

Inbetriebnahmedaten und Betriebsarten berücksichtigen

Vergleichen Sie den gezeichneten Abgang nach der Inbetriebnahme mit Typenschild, Anschlussklemmen, Installateurmenü und Prüfprotokoll. Lastbegrenzung, Sperrkontakt oder Energiemanagement können den Betrieb beeinflussen, ersetzen aber nicht automatisch die erforderliche Dimensionierung und Schutzbewertung. Dokumentieren Sie nur Einstellungen, die tatsächlich gesetzt, gegen unbeabsichtigte Änderung gesichert und für die Auslegung relevant sind.

Prüfen Sie außerdem Betriebsfälle, die im Normalbetrieb leicht übersehen werden:

  • Abtauvorgang und gleichzeitige Zusatzheizung;
  • Not- oder Legionellenbetrieb mit elektrischem Heizstab;
  • Anlauf- und Umrichterverhalten gemäß Herstellerangabe;
  • getrennte Versorgung von Kondensatwannenheizung oder Begleitheizung;
  • Abschaltung und sicheres Trennen bei Wartung;
  • Wiederanlauf nach Netzunterbrechung oder Lastabwurf.

Diese Liste bestimmt nicht pauschal Schutzorgan oder Querschnitt. Sie zeigt, welche Eingangsdaten Elektroplaner und Herstellerunterlagen klären müssen. Messwerte und Abschaltbedingungen bleiben Teil der fachlichen Prüfung vor Ort.

Erfassen Sie außerdem, welche Komponente bei abgeschaltetem Hauptabgang weiterhin Spannung führen kann. Manche Regelungen, Kommunikationsnetzteile oder Zusatzgeräte besitzen eine andere Versorgung. Eine Wartungsskizze darf diese Hilfsversorgung nicht verschweigen. Kennzeichnen Sie Trennstellen nur dann als gemeinsam wirksam, wenn Verdrahtung und Herstellerkonzept das bestätigen. So verhindert die Dokumentation, dass eine vermeintlich vollständig abgeschaltete Anlage noch aus einem zweiten Abgang gespeist wird.

Übernehmen Sie diese Trennung in die Beschriftung des Verteilers. Ein Sammelbegriff für mehrere Abgänge erschwert Wartung und Vergleich mit dem Plan. Verwenden Sie kurze, eindeutige Funktionsnamen und dieselben Referenzen auf Schema, Situationsplan und Gerät. Prüfen Sie nach dem Beschriften durch gezieltes Freischalten, ob jede Kennzeichnung tatsächlich den erwarteten Anlagenteil betrifft. Das Ergebnis gehört zum as-built Abgleich, nicht zu einer ungeprüften Planannahme.

Schnittstellen zu PV, Batterie und Lastmanagement

Eine Wärmepumpe kann auf Eigenverbrauchssteuerung reagieren, bleibt dadurch aber kein PV-Verbraucher „hinter dem Wechselrichter“, wenn die reale AC-Topologie anders aufgebaut ist. Zeichnen Sie Energiepfade so, wie sie elektrisch verbunden sind. Kommunikationskontakte oder Smart-Grid-Signale werden getrennt erläutert. Bei Ersatzstrom ist zusätzlich zu klären, ob die Wärmepumpe überhaupt vom Ersatzstromverteiler versorgt wird und welche Anlauf- und Leistungsgrenzen gelten; eine bloße App-Einstellung beweist das nicht.

Die amtliche Veröffentlichung von AREI Buch 1 liefert die allgemeine Plan- und Schutzgrundlage. Modellbezogene Anschlusswerte, vorgeschriebene externe Schutzmaßnahmen und Anschlussvarianten stammen aus der aktuellen Anleitung des tatsächlich eingebauten Geräts.

Mit PlanElec dokumentieren

In PlanElec können Sie die Wärmepumpenkomponenten den tatsächlichen Stromkreisen zuordnen, Schutz- und Leitungsangaben erfassen und Eindrahtschema sowie Situationsplan als PDF ausgeben. Für projektspezifische Zeichen bleibt eine verständliche Legende wichtig. Der orientierende Selbstcheck kann unterstützte Eingaben auf Auffälligkeiten prüfen; er bestätigt weder AREI-Konformität noch Herstellerfreigabe und erzeugt keinen offiziellen Prüfbericht.

Quellenstand

Fachliche Basis sind die amtliche Veröffentlichung von AREI/RGIE Buch 1, insbesondere Teil 2 Tabelle 2.23 und Teil 3 zu Inhalt und Referenzen der Pläne, sowie die elektrische Installationsanleitung des konkreten Wärmepumpenherstellers. Geprüfter Stand dieses Artikels: Buch 1 V06, 29.08.2026.