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Materialliste einer Elektroinstallation: welche Positionen gehören hinein?

Sieben Positionsgruppen, ihre Herleitung aus Eindrahtschema und Situationsplan, die regelmäßig vergessenen Posten — Erdungsmaterial, Dosen, Kabelreserve, Reserveplätze — und wo das AREI eine Menge festlegt und wo nicht.

Veröffentlicht am 31. August 2026 13 min

Welche Positionen gehören in die Materialliste einer Elektroinstallation?

Sieben Gruppen: Verteiler, Schutzorgane, Leitungen, Dosen, Schalter und Steckdosen, Erdung, Kleinmaterial. Vollständig ist eine Liste nicht, wenn alle sieben Überschriften vorkommen, sondern wenn jede Position eine nachvollziehbare Herkunft hat — eine Zahl aus dem Plan, eine Regel aus dem AREI oder eine ausdrücklich benannte Annahme Ihres Betriebs. Fehlt die Herkunft, ist die Menge nicht prüfbar und beim nächsten Planungsstand nicht mehr korrigierbar.

PositionsgruppeTypische EinzelpositionenMenge folgt ausNorm-Anker
VerteilerGehäuse mit Rückwand und Tür, Reihen und Tragschienen, Abdeckungen, Kammschienen, Endkappen, Einspeiseklemmen, BeschriftungModulzahl je Reihe, Trennung nach Energietarif5.3.5.1 Buchstaben a und c, 3.1.3.1
SchutzorganeHaupt-Lasttrennschalter, Differenzstrom-Schutzeinrichtungen 300 mA und 30 mA, Leitungsschutzschalter, gegebenenfalls ÜberspannungsableiterAnzahl Endstromkreise und ihre Zuordnung zu den FI-Gruppen5.3.5.1 Buchstabe b, 4.2.4.3 Buchstabe b, 5.2.1.2
LeitungenKabel je Typ, Aderzahl und Querschnitt in Metern; Rohre, vorverdrahtete Rohre, ErdkabelKabelweg je Stromkreis plus Zuschlag3.1.2.2 Buchstabe a, 5.2.1.2
DosenVerbindungs- und Abzweigdosen, Gerätedosen Unterputz oder Hohlwand, Decken- und Wandauslassdosen, ZugdosenAnzahl Geräte plus Anzahl Abzweigpunkte3.1.2.2 Buchstabe a, 5.2.6.1, 5.3.5.2 Buchstabe a
Schalter und SteckdosenEinsätze, Wippen und Abdeckungen, Rahmen je Kombination, Feuchtraumvarianten mit DichtungAnzahl Bedienstellen und Steckdosen aus dem Situationsplan3.1.2.3 Buchstabe a, 5.3.5.2 Buchstaben a und b
ErdungRingerder, Erdungsleiter, Erdungsschalter, Hauptpotentialausgleich, zusätzliche Potentialausgleichsleiter, AnschlussklemmenGebäudeumfang, Anzahl fremder leitfähiger Teile, Bäder5.4.2.1, 5.4.2.2, 5.4.3.5, 5.4.4.1, 5.4.4.2
KleinmaterialBefestigungsmittel und Schellen, Klemmen, Zugentlastungen, Dosendeckel, Beschriftungsmaterial, DichtungenAnsatz je Position — Betriebskonvention5.2.9.5, 5.2.6.2 Buchstabe b, 3.1.3.1

Die letzte Zeile ist bewusst anders gekennzeichnet: Für Kleinmaterial nennt das AREI keine Mengen. Es nennt Bedingungen, aus denen die Positionen folgen — dazu weiter unten.

Preise stehen in diesem Artikel keine. Nicht aus Vorsicht, sondern weil eine Preisspanne ohne benannte Quelle und Datum nach einem Quartal falsch ist und trotzdem weiterzitiert wird. Für die Kostenseite siehe Was kostet ein Elektroplan? und Kostenvergleich: selbst zeichnen oder Elektriker.

Ist eine Materialliste im AREI vorgeschrieben?

Nein. Das AREI kennt die Materialliste nur als zulässige Anlage zum Dossier: „Schemata, Pläne und Unterlagen können durch Unterlagen ergänzt werden, in denen die verschiedenen Eigenschaften der elektrischen Betriebsmittel und/oder Produkte näher beschrieben werden" (Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe c). Das Wort ist können, nicht müssen.

Pflichtdokumente einer neuen hauswirtschaftlichen Anlage sind das Einstrich-Schema und der Lageplan, erstellt vom Verantwortlichen für die Ausführung der Arbeit (Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a). Wird die Materialliste als Anlage beigelegt, teilt sie deren Schicksal: Anlagen werden aktualisiert und vor Ort für alle bereitgehalten, die zur Überwachung, Prüfung, Instandhaltung, Reparatur oder Umgestaltung befugt sind (Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe d).

Praktische Folge: Die Materialliste ist ein Werkzeug der Kalkulation und der Beschaffung, kein Prüfdokument. Der Kontrolleur beanstandet ihr Fehlen nicht. Er beanstandet, wenn die Anlage Material enthält, das dort nicht hingehört — und genau darauf zahlt eine saubere Liste ein, weil sie die Auswahl vorab festhält.

Welche Angaben muss der Plan liefern, damit die Mengen stimmen?

Das Einstrich-Schema liefert fast die gesamte Positionsliste, aber nicht die wichtigste Menge. Unterabschnitt 3.1.2.2 Buchstabe a verlangt mindestens: Typ, Querschnitt und Anzahl der Leiter jeder elektrischen Leitung, die Verlegeart, Typ und Eigenschaften der Differenzstrom-Schutzeinrichtungen, Typ und Eigenschaften der Überstrom-Schutzeinrichtungen, die Schalter, die Verbindungsdosen, die Abzweigdosen, die Steckdosen, die Lichtpunkte, die ortsfesten Maschinen und Geräte sowie die Quellen.

Das ist eine bemerkenswert vollständige Aufzählung — und sie enthält keine Länge. Die Länge der elektrischen Leitungen wird nur für nicht hauswirtschaftliche Anlagen gefordert (Unterabschnitt 3.1.2.2 Buchstabe b). Im Wohnungsbau steht also die entscheidende Eingangsgröße der Kabelmenge in keinem Pflichtdokument.

Menge in der ListeEingangsgrößeSteht im Pflichtdokument?
Stückzahl SteckdosenSteckdosen im Schema und im Lageplanja (3.1.2.2 a, 3.1.2.3 a)
Stückzahl SchalterSchalter im Schema, ihre Lage im Lageplanja (3.1.2.2 a, 3.1.2.3 a)
Stückzahl DosenVerbindungs- und Abzweigdosen im Schemaja (3.1.2.2 a)
Anzahl LeitungsschutzschalterAnzahl Endstromkreiseja (3.1.2.2 a)
Kabeltyp und QuerschnittTyp, Querschnitt, Aderzahl je Leitungja (3.1.2.2 a)
Kabellänge in MeternWeg entlang Wänden, Zonen und Geschossennein — nur bei nicht hauswirtschaftlichen Anlagen
ErdungsmaterialGebäudeumfang, Anzahl fremder leitfähiger Teilenein — folgt aus Kapitel 5.4, nicht aus dem Schema
KleinmaterialVerlegeart, Befestigungsabstände, Anschlussartnein — Betriebskonvention

Der Lageplan trägt die Lage derselben Betriebsmittel, nicht ihre Menge oder Länge (Unterabschnitt 3.1.2.3 Buchstabe a). Aus ihm entsteht die Kabelmenge erst, wenn ein Weg gezeichnet ist; die Systematik dazu behandelt Kabelwege und Leitungslängen.

Wie viele Schutzorgane brauche ich — und woraus ergibt sich die Zahl?

Nicht aus Erfahrung, sondern aus vier Regeln, die zusammen die Modulzahl im Verteiler festlegen. Diese Rechnung ist der Teil der Materialliste, den das AREI am stärksten steuert.

RegelFundstelleFolge für die Menge
Haupt-Verteiler mit Haupt-Lasttrennschalter; hauswirtschaftlich mindestens 40 A5.3.5.1 Buchstabe b1 Position, Bemessungsstrom nicht unter 40 A
Am Speisepunkt mindestens eine Differenzstrom-Schutzeinrichtung mit höchstens 300 mA, mit Trennfunktion4.2.4.3 Buchstabe bmindestens 1 Position 300 mA
Unmittelbar danach mindestens eine Einrichtung hoher oder sehr hoher Empfindlichkeit, an die Steckdosen, Beleuchtung, Bad, Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler angeschlossen werden4.2.4.3 Buchstabe bmindestens 1 Position 30 mA
Höchstens acht Endstromkreise je dieser Differenzstrom-Schutzeinrichtung4.2.4.3 Buchstabe bab dem neunten betroffenen Stromkreis eine weitere 30-mA-Einrichtung
Höchstens acht Steckdosen je Endstromkreis5.3.5.2 Buchstabe bab der neunten Steckdose ein weiterer Stromkreis samt Schutzorgan und Kabel
Mindestens zwei getrennte Beleuchtungsstromkreise bei mehr als zwei Räumlichkeiten5.3.5.2 Buchstabe bmindestens 2 Lichtkreise
Getrennter Stromkreis je Gerät ab 2600 W sowie für Waschmaschine, Geschirrspüler, Wäschetrockner, Elektroherd, Kochfeld und Backofen5.2.1.21 Stromkreis, 1 Schutzorgan und 1 Kabel je genanntem Gerät
Differenzstrom-Schutzeinrichtungen in hauswirtschaftlichen Anlagen mindestens Typ A; am Speisepunkt mindestens 40 A Nennstrom5.3.5.3 Buchstabe aschließt Typ AC aus, setzt eine Untergrenze für die Baugröße
Schutz- und Bediengeräte unterschiedlicher Energietarife auf getrennten Platten mit mindestens 10 cm Abstand oder in separaten Kombinationen5.3.5.1 Buchstabe cvergrößert das Gehäuse oder erzwingt ein zweites

Diese Kette erklärt, warum Materiallisten aus einer Raumzählung fast immer zu knapp ausfallen: Die Zahl der Steckdosen bestimmt nicht nur die Steckdosenpositionen, sondern über die Achterregel auch die Zahl der Stromkreise, damit die Zahl der Leitungsschutzschalter, die Zahl der Kabel und am Ende die Baugröße des Gehäuses.

Details zur Zuordnung von Geräten zu eigenen Kreisen stehen in Welche Geräte brauchen einen eigenen Stromkreis; die Verteileraufteilung selbst in Schaltschrank planen.

Welches Erdungsmaterial wird regelmäßig vergessen?

Das meiste davon. Erdung erscheint im Eindrahtschema als ein Symbol, in der Materialliste aber als sechs bis zehn Positionen mit vorgeschriebenen Mindestquerschnitten. Diese Querschnitte sind Zahlen aus dem Regelwerk, nicht aus dem Katalog.

PositionVorgeschriebener MindestwertFundstelle
Ringerder im Fundamentmindestens 35 mm² geometrischer Querschnitt, Massivleiter oder sieben verseilte Seelen, ohne Verschweißung5.4.2.1 Punkt b.1.3 und b.1.2
Metall des Ringerdersblankes geglühtes Elektrolytkupfer oder verbleites Kupfer5.4.2.1 Punkt b.1.4
Befestigung des Ringerdersnur Kupfer oder nicht korrodierend wirkende Materialien5.4.2.1 Punkt b.1.5
Zusätzlicher Erder, horizontal verlegtmindestens 35 mm², Tiefe mindestens 0,80 m, Mindestlänge 15 m5.4.2.1 Punkt b.3
Zusätzlicher Erder, Stab oder StiftMindestlänge 1,50 m, davon mindestens 1,50 m unter dem Niveau −0,60 m eingetrieben5.4.2.1 Punkt b.4.1
Erdungsleiter16 mm² Kupfer mit Korrosionsschutzbeschichtung, sonst 25 mm² Kupfer, 50 mm² bei Aluminium oder Stahl5.4.2.2
ErdungsschalterAbschalteinrichtung, die nur mit einem Werkzeug entfernt werden kann5.4.3.5
Hauptschutzpotentialausgleichsleiterhalber Querschnitt des dicksten Schutzleiters, mindestens 6 mm² Kupfer, Begrenzung auf 25 mm² erlaubt5.4.4.1 Buchstabe a
Zusätzliche Potentialausgleichsleitermindestens 2,5 mm² mechanisch geschützt, 4 mm² ungeschützt5.4.4.2 Buchstabe a

Drei Punkte, die in Kalkulationen fehlen:

  • Der Ringerder ist Baustellenmaterial, nicht Elektromaterial. Er wird bei jedem Neubau verlangt, dessen Baugrubensohle mindestens 60 cm tief liegt (5.4.2.1 Punkt b.1.1), und er wird verlegt, bevor irgendjemand an Steckdosen denkt. Wer die Elektro-Materialliste erst nach dem Rohbau aufstellt, hat diese Position schon strukturell nicht mehr im Blick.
  • Die Enden bleiben zugänglich (5.4.2.1 Punkt b.1.6). Das ist eine Ausführungsanforderung mit Materialfolge: Schacht, Abdeckung, Kennzeichnung.
  • Der Hauptpotentialausgleich ist keine einzelne Klemme, sondern ein Leiter je fremdem leitfähigem Teil — Wasser, Gas, Heizung — mit Anschlussklemme am jeweiligen Rohr. Die Menge folgt aus der Gebäudetechnik, nicht aus dem Elektroplan.

Welches Erdungssystem überhaupt gilt, behandelt Erdung TT oder TN-S.

Warum fehlen Verbindungsdosen und Gerätedosen so oft in der Liste?

Weil sie im Kopf zum Kabel gehören und im Katalog zum Zubehör — tatsächlich sind sie aber eigene, vom AREI ausdrücklich benannte Bestandteile.

Vier Regeln machen sie unvermeidbar:

  • Verbindungen dürfen nur an bestimmten Orten liegen: in Verteiler- und Schaltgerätekombinationen, in Verbindungs- oder Abzweigdosen, an Klemmen von Schaltern oder Steckdosen oder in ausreichend großen Deckendosen, an denen Beleuchtungsgeräte hängen (Unterabschnitt 5.2.6.1). Jeder Abzweig im Plan ist damit eine Materialposition.
  • In Rohren sind Verbindungen verboten (Unterabschnitt 5.2.9.3 Buchstabe f). Wer eine Route ohne Dose zeichnet, zeichnet eine unzulässige Ausführung.
  • In Verbindungs-, Abzweig- und Zugdosen bleiben die Leiter zugänglich; T-Stücke und Winkel sind verboten (Unterabschnitt 5.2.9.3 Buchstabe i.2). Das schließt die kleinstmögliche Dose aus und wirkt auf die Baugröße, also auf den Preis.
  • In Wänden eingebaute Steckdosen sitzen in metallischen Dosen oder in Dosen aus Isolierstoff (Unterabschnitt 5.3.5.2 Buchstabe a). Die Gerätedose ist damit keine Option, sondern Pflichtmaterial — je Einbaupunkt eine, in Hohlwand eine andere als im Mauerwerk.

Dazu kommt: Verbindungsdosen und Abzweigdosen gehören zum Pflichtinhalt des Einstrich-Schemas (Unterabschnitt 3.1.2.2 Buchstabe a). Ein Schema ohne sie ist unvollständig — und eine Materialliste, die aus einem solchen Schema abgeleitet wird, ist es ebenfalls.

Wie viel Kabelreserve muss ich einrechnen?

Zur Höhe eines Zuschlags sagt das AREI nichts — kein Prozentsatz, keine Reservelänge, kein Verschnittfaktor. Jede Zahl, die Sie verwenden, ist eine Konvention Ihres Betriebs und gehört als solche ins Rechenblatt.

Was das Regelwerk festlegt, sind die Bedingungen, aus denen eine Reserve überhaupt folgt:

  • Anschlüsse an Geräten dürfen keinen Zug- und Drehkräften ausgesetzt sein (Unterabschnitt 5.2.6.2 Buchstabe b).
  • Bei senkrechten Abschnitten dürfen Zugkräfte aus dem Eigengewicht nicht auf Anschlussklemmen wirken (Unterabschnitt 5.2.9.5).
  • In Elektroinstallationsrohren muss es jederzeit möglich sein, Leiter oder Kabel einzuziehen oder zu entfernen (Unterabschnitt 5.2.9.3 Buchstabe e).
  • In Dosen bleiben die Leiter zugänglich (Unterabschnitt 5.2.9.3 Buchstabe i.2), was ohne Schlaufe im Gehäuse nicht funktioniert.

Der Zuschlag ist damit keine Sicherheitsmarge auf eine unsichere Rechnung, sondern eine Materialposition mit einem Zweck. Wer ihn pauschal aufschlägt, sollte Prozentsatz, Herkunft und Geltungsstand mitdokumentieren. Die Herleitung der Grundlänge steht in Kabelwege und Leitungslängen; welche Verlegeart welches Begleitmaterial nach sich zieht, in Verlegearten nach AREI.

Wie viele Reserveplätze gehören in den Verteiler?

Das AREI schreibt keine Reserveplätze vor. Ein Volltextabgleich der neun Teile in der niederländischen, französischen und deutschen Fassung ergibt keine Fundstelle, die eine Anzahl freier Module, einen Prozentsatz oder eine Mindestreserve nennt. Wer eine Zahl nennt, nennt eine Betriebskonvention — was legitim ist, solange es so gesagt wird.

Was das Regelwerk stattdessen verlangt und was praktisch in dieselbe Richtung wirkt:

  • Stromkreise werden so erstellt, dass sie später bei Überwachung, Prüfung, Instandhaltung, Reparatur, Änderung oder Erweiterung identifiziert werden können (Unterabschnitt 3.1.3.1).
  • Steuerungs-, Schutz- und Trenneinrichtungen sind deutlich, auffällig und wischfest individuell gekennzeichnet (Unterabschnitt 3.1.3.1). Beschriftungsmaterial ist damit eine Position, keine Nettigkeit.
  • Stromkreise vor dem Hauptschalter müssen als solche gekennzeichnet sein (Unterabschnitt 3.1.3.1).
  • Jede Änderung oder Erweiterung wird auf dem Lageplan dargestellt, der jederzeit den bestehenden Zustand zeigt (Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a).
  • Betriebsmittel im Verteiler bleiben leicht zugänglich, in hauswirtschaftlichen Anlagen ohne besondere Hilfsmittel (Unterabschnitt 5.3.5.1 Buchstabe c).

Und eine Gehäuseregel, die häufiger übersehen wird als Reserveplätze: Verteiler- und Schaltgerätekombinationen in hauswirtschaftlichen Anlagen gehören Klasse I oder II an, mit Rückwand und Tür, aus nicht brennbarem und nicht hygroskopischem Material; die Rückwand darf über die gesamte Lebensdauer nicht abnehmbar sein (Unterabschnitt 5.3.5.1 Buchstabe a). Tür und Rückwand sind also keine Ausstattungsvariante.

Wo verläuft die Grenze zwischen Materialkosten und Arbeitskosten?

An der Frage, ob die Menge aus dem Plan folgt oder aus der Ausführung.

Materialkosten folgen aus Stückzahlen und Metern und lassen sich aus dem Modell ableiten. Arbeitskosten folgen aus Wegen, Untergründen, Zugänglichkeit und Reihenfolge — Größen, die im Eindrahtschema und im Lageplan gar nicht abgebildet sind. Dieselbe Steckdose kostet dasselbe Material, ob sie in eine Hohlwand oder in Beton kommt; der Aufwand unterscheidet sich um ein Vielfaches.

Praktisch heißt das für die Kalkulation:

  • Eine Materialliste ist keine halbe Angebotssumme. Sie ist die eine Hälfte, die sich prüfen lässt.
  • Positionen, die beides berühren — Schlitze, Durchbrüche, Kernbohrungen, Gerüst —, gehören ausdrücklich zur Arbeitsseite, sonst tauchen sie nirgends auf.
  • Die Verlegeart entscheidet über beide Seiten gleichzeitig: Sie legt fest, welches Begleitmaterial nötig ist und wie aufwendig die Ausführung wird.

Zahlen zu beiden Seiten stehen in Was kostet ein Elektroplan? und Kostenvergleich: selbst zeichnen oder Elektriker. Dieser Artikel wiederholt sie bewusst nicht: Preise veralten, die Herleitung nicht.

Welche typischen Kalkulationsfehler machen die Liste unbrauchbar?

  • Aus Räumen gezählt statt aus Stromkreisen. Die Achterregeln für Steckdosen je Kreis und Endstromkreise je Differenzstrom-Schutzeinrichtung (5.3.5.2 Buchstabe b, 4.2.4.3 Buchstabe b) erzeugen Positionen, die in keiner Raumliste vorkommen.
  • Luftlinie statt Kabelweg. Innen liegt die Luftlinie regelmäßig weit unter dem realen Weg — sie ist keine Schätzung, sondern eine untere Schranke.
  • Nettolängen ohne Zuschlag verwendet. Der Zuschlag existiert aus den vier oben genannten Gründen, nicht aus Vorsicht.
  • Erdungsmaterial vergessen, weil es im Schema ein Symbol und in der Zeitachse ein Rohbauthema ist.
  • Gerätedosen und Abzweigdosen als Zubehör behandelt, obwohl sie Pflichtinhalt des Schemas sind (3.1.2.2 Buchstabe a) und im Mauerwerk zwingend (5.3.5.2 Buchstabe a).
  • Rahmen und Abdeckungen nicht getrennt geführt. Eine Dreifachkombination ist ein Rahmen und drei Einsätze, nicht drei Komplettgeräte.
  • Ein Stromkreis ohne gezeichnetes Kabel fällt lautlos heraus und macht die Gesamtlänge zu klein, ohne dass eine Zeile fehlt.
  • Preise aus einem alten Stand übernommen, ohne Datum und Quelle zu vermerken. Eine Menge ohne Preis ist unvollständig; ein Preis ohne Datum ist falsch.

Wie entsteht die Materialliste in PlanElec — und was sagt sie nicht?

Über den Reiter Export. Dort steht die Materialliste als eigenes Dokument; die Schaltfläche Materialübersicht öffnen zeigt sie im Detail, das PDF entsteht aus derselben Ableitung.

Was die Übersicht enthält:

  • Positionen in sieben Kategorien: Verbraucher, Betriebsmittel und Einsätze, Abdeckungen und Rahmen, Installationsmaterial, Schutzgeräte, Kabel, Verteilung.
  • Zwei Ansichten: Nach Kategorie und Nach Raum; Positionen ohne Raumzuordnung erscheinen gesondert, damit sie nicht stillschweigend verschwinden.
  • Eine Kopfzeile mit der Zahl der Verbraucher, der Positionen, der Teile und der Kabellänge.

Seit dem Update vom 16. Juli 2026 zerlegt die Übersicht Steckdosen, Schalter und ausgewählte Anschlüsse in herstellerneutrale Einzelteile — Einsätze, Abdeckungen, Rahmen und Installationsdosen. Fest angeschlossene Geräte enthalten Anschlussdose, Klemme und Zugentlastung; gerätespezifisches Zubehör nicht. Verteilergehäuse und Kammschienen folgen der modellierten Reihen- und Modulzahl.

Sechs Grundannahmen werden in der Übersicht ausdrücklich angezeigt, statt im Hintergrund zu wirken. Die für die Kalkulation wichtigste lautet: Kabellängen sind Nettolängen aus dem Modell; Verschnitt und Installationsreserven sind nicht eingerechnet. Der Zuschlag aus dem obigen Abschnitt fehlt also noch. Ebenso ausdrücklich: Die Gerätedose folgt einer eindeutig verknüpften Wand; sonst wird in Räumen mit Hohlwand Hohlwand angenommen, andernfalls Unterputz.

Was die Liste bewusst nicht tut:

  • Sie nennt keine Preise und ist keine Bestellfreigabe. Alle Positionen sind herstellerneutral und müssen vor Bestellung auf konkrete Artikel aufgelöst und fachlich geprüft werden.
  • Sie erfindet keine fehlenden Mengen. Ein Stromkreis ohne Kabelroute erscheint mit 0 m und dem Hinweis „Routing fehlt", statt geschätzt zu werden. Eine verdächtig knappe Liste hat meist genau diese Zeilen.
  • Sie ergänzt kein Erdungsmaterial, das nicht im Modell steht. Ringerder, Erdungsleiter und Potentialausgleich sind Modellinhalte, keine automatische Zutat.
  • Bei PV-Anlagen werden offene DC-Materialdaten als Hinweise ausgewiesen — fehlende Strings, Modultypen, Routenlängen —, statt sie zu überbrücken.

Was die AREI-Selbstprüfung zur Materialliste nicht leistet

Die Selbstprüfung beurteilt die geplante Anlage, nicht die Vollständigkeit einer Materialliste. Konkret:

  • Sie prüft keine Mengen. Es gibt keine Regel, die meldet, dass eine Position fehlt, zu knapp bemessen oder doppelt geführt ist.
  • Sie prüft zur Erdung nur, ob Hauptpotentialausgleich und Erdungselektrode dokumentiert sind und ob die Netzform dazu passt — nicht, welchen Querschnitt der verlegte Leiter hat und wie viele Meter Ringerder nötig waren.
  • Sie prüft keine Preise, keine Verfügbarkeit und keine Artikelzuordnung. Herstellerneutrale Positionen bleiben herstellerneutral.
  • Sie rechnet den Spannungsfall nur bei vollständigem Pfad; fehlt eine Teillänge, meldet sie eine Datenlücke statt eines Ergebnisses. Für die Materialliste heißt das: Die Kabelmenge kann unvollständig sein, ohne dass eine Regel anschlägt.
  • Sie ersetzt weder Messung noch Kontrolle. Die offizielle Beurteilung erfolgt ausschließlich durch eine zugelassene Stelle.

Weiterführende Artikel

PlanElec öffnen und Materialliste ableiten →

Regelgrundlage: AREI/RGIE Buch 1 V06 — Unterabschnitte 3.1.2.1, 3.1.2.2, 3.1.2.3, 3.1.3.1, 4.2.4.3, 5.2.1.2 mit Tabelle 5.1, 5.2.6.1, 5.2.6.2, 5.2.9.3, 5.2.9.5, 5.3.5.1, 5.3.5.2, 5.3.5.3, 5.4.2.1, 5.4.2.2, 5.4.3.5, 5.4.4.1 und 5.4.4.2. Maßgeblich bleiben die amtliche Fassung, der reale Anlagenzustand und die Kontrolle der zugelassenen Stelle.