Vergleich

Kostenvergleich: Eindrahtschema selbst zeichnen vs. Elektriker beauftragen

Eindrahtschema selbst mit PlanElec oder vom Elektriker? Drei Szenarien für Bestandsanlage, unbekannte Altanlage und Neubau, ein Angebotscheck und eine klare Entscheidungsregel für Belgien.

Veröffentlicht am 19. Mai 2026 Aktualisiert am 5. Oktober 2026 6 min

Selbst zeichnen lohnt sich, wenn deine Ausgangsdaten verifiziert sind; einen Elektriker beauftragst du, wenn der Ist-Zustand unbekannt ist oder Planung und Ausführung anstehen. Den Ausschlag gibt nicht eine Preisliste, sondern die Frage, wer welche Leistung erbringt: Aufnahme, Zeichnung, technische Verantwortung und Kontrolle. Für die belgische Kontrolle zählt am Ende nur, dass Eindrahtschema und Positionsplan den tatsächlichen Zustand zeigen.

Dieselben Leistungen vergleichen

AufgabeEigenleistung mit PlanElecAuftrag an eine Elektrofachkraft
Ist-Zustand erfassensoweit Daten sicher und ohne Eingriff feststellbar sindfachgerechte Identifikation und Messung
Schema und Positionsplanstrukturierte Eingabe, beide Pläne aus einem Modell, PDF-Exportje nach Angebot Zeichnung aus gelieferten oder selbst erhobenen Daten
Technische Auslegungbleibt Fachaufgabeausdrücklich beauftragbar
Fachliche Endkontrolleseparat organisierenenthalten, wenn im Angebot genannt
Offizielle Kontrolledurch eine zugelassene Stelleebenfalls durch eine zugelassene Stelle
KostenbasisEarly Access 0 EUR; danach ab 15 EUR je Objekt; eigene Zeitprojektspezifisches Angebot, kein amtlicher Einheitstarif

Vollständige Projektdaten machen Eigenleistung einfach; eine unbekannte Altanlage braucht eine professionelle Aufnahme. Wer das Eindrahtschema erstellt, regelt das AREI: der Verantwortliche für die Ausführung der Arbeit (Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a des AREI/RGIE Buch 1, Version 06).

Drei editierbare Szenarien

Die Formeln sind Rechenpositionen, keine belgischen Durchschnittspreise. Trag deine Angebotssummen und Zeitwerte selbst ein.

1. Bestandsanlage mit guten Unterlagen

extern = Aufnahme laut Angebot + Zeichnung + Fachprüfung + Kontrolle

eigen = eigene Stunden × persönlicher Zeitwert + PlanElec-Tarif + Fachprüfung + Kontrolle

Sind Grundriss, Verteiler, Schutzgeräte und Zuordnungen verifiziert, besteht Eigenleistung vor allem aus Dateneingabe und Abgleich. Unbekannte technische Werte bleiben als unbekannt markiert, statt geschätzt zu werden. Alternativ prüft und zeichnet ein Fachbetrieb genau diesen begrenzten Datensatz.

2. Bestandsanlage ohne verlässliche Zuordnung

Hier steht zuerst die Frage, welcher Stromkreis welches Betriebsmittel versorgt und welche Leitungs- und Schutzdaten tatsächlich vorliegen. Gehäuse öffnen und messen ist keine Heimwerkerarbeit. Setz im Eigenmodell deshalb eine professionelle Aufnahme als eigene Position an. Danach bringst du die gesicherten Daten selbst in PlanElec, wenn du die Zeichnung übernehmen willst.

3. Neue oder wesentlich geänderte Installation

Bei neuen Stromkreisen oder Quellen kommt die technische Planung vor der Zeichnung. Herstellerbedingungen, Anforderungen des Netzbetreibers und der AREI-Stand beeinflussen die Entscheidungen. Vergleiche ein Gesamtangebot deshalb nicht mit reiner Zeichenarbeit, sondern teile Planung, Ausführung, Dokumentation und Kontrolle auf. Eine wesentliche Änderung wird vor ihrer Ingebrauchnahme geprüft (Unterabschnitt 6.4.7.3).

Welche Unterlagen gehören zum Vergleich?

Die amtliche FÖD-Übersicht nennt Eindrahtschema und Positionsplan als Mindestunterlagen der hauswirtschaftlichen Kontrolle. Das Schema enthält Leitungstyp, Querschnitt, Leiterzahl, Verlegeart, Differenzial- und Überstromschutz sowie Schalter, Dosen, Steckdosen, Lichtpunkte, feste Geräte und Quellen (Unterabschnitt 3.1.2.2 Buchstabe a); der Positionsplan zeigt, wo diese Elemente liegen. Beide gehören zur Anlagenakte (Abschnitt 9.1.2). Das ist der Maßstab für den Vergleich, nicht das Werkzeug, mit dem die Linien entstehen.

Was PlanElec heute kann

PlanElec verbindet Grundriss, elektrische Topologie und Schaltschrankplanung. Eindrahtschema und Positionsplan entstehen aus einem Modell mit denselben Referenzen und gehen als PDF hinaus. Der AREI/RGIE-Selbstcheck prüft die unterstützten, aus deinen Projektdaten entscheidbaren Regeln und zeigt offene Punkte; er ist ein orientierender Check, keine Konformitätsbescheinigung. Materialliste und Arbeitsdossier stehen als Pilotfunktionen mit ausgewiesenen Grenzen bereit.

Die Preise sind veröffentlicht: Im Early Access kostet PlanElec 0 EUR. Nach dem Tarifstart, den wir rechtzeitig vorher ankündigen, bleibt Free kostenlos (Exporte mit Sperrflächen), die Einzelnutzung kostet 15 EUR je Objekt einmalig und Pro 29 EUR im Monat, jeweils zuzüglich MwSt. Für ein einzelnes Haus ist damit die Einzelnutzung die passende Rechengröße in deinem Eigenmodell. Eigene Zeit, Fachleistung, Arbeiten und die offizielle Kontrolle bleiben eigene Positionen.

Wann ein Elektriker unverzichtbar ist

  • wenn die Bestandsaufnahme Messungen oder das Öffnen von Gehäusen erfordert;
  • wenn Leiterdaten, Schutzkoordination oder Erdung unklar sind;
  • wenn neue Stromkreise, PV, Speicher, Wallbox oder Notstrom geplant werden;
  • wenn ein Kontrollbericht technische Verstöße nennt;
  • wenn Hersteller- oder Netzbetreiberbedingungen bewertet werden müssen;
  • wenn du die Verantwortung für technische Entscheidungen übertragen willst.

Selbst zeichnen und selbst installieren sind zwei verschiedene Dinge. PlanElec dokumentiert; die elektrotechnische Befähigung bringt die Fachkraft mit.

Angebotscheck in sieben Fragen

  1. Wer erhebt und verifiziert die Ausgangsdaten?
  2. Sind beide Pläne und alle Verteiler enthalten?
  3. Gehören Berechnungen dazu oder nur die grafische Übernahme?
  4. Wer prüft die technische Plausibilität?
  5. Wie werden Änderungen und Korrekturen abgerechnet?
  6. Sind Mehrwertsteuer, Fahrt und Kontrollgebühr getrennt ausgewiesen?
  7. Welches bearbeitbare Ausgangsformat und welche PDFs werden übergeben?

Die Entscheidungsregel

Zeichne selbst, wenn die Ausgangsdaten verifiziert sind, das Projekt überschaubar bleibt und du für technische Fragen eine Fachprüfung organisiert hast. Beauftrage einen Fachbetrieb, wenn der Ist-Zustand unbekannt ist, Planungsentscheidungen offen sind, Messungen nötig sind oder jemand die technische Koordination übernehmen soll. Oft passt der hybride Weg am besten: vorhandene Informationen in PlanElec strukturieren, Unbekanntes klar markieren und nur die Punkte mit elektrotechnischem Beurteilungsbedarf prüfen lassen.

Dokumentiere die Annahmen beider Varianten. Schließt das Angebot die Stromkreisverfolgung aus, halte fest, wer geprüfte Zuordnungen liefert. Bewerte im Eigenmodell nicht nur den Tarif, sondern auch Einarbeitung, Aufnahme und Korrekturen. Nach Arbeiten an der Anlage zeigen Schema und Positionsplan wieder den tatsächlichen Zustand.

Ergebnis und Bearbeitungsstand übergeben

Vergleiche auch, was nach Abschluss weiter nutzbar bleibt. Zu einer belastbaren Übergabe gehören die freigegebenen PDFs, ihre Fassungsdaten, die bestätigten Angaben dahinter und eine Liste offener Punkte. Kläre, ob bearbeitbare Projektdaten übergeben werden und wer sie bei der nächsten Änderung fortschreibt. Ohne diese Vereinbarung braucht die nächste Erweiterung womöglich eine neue Bestandsaufnahme, egal welcher Weg anfangs günstiger war. Wer mit PlanElec arbeitet, behält das bearbeitbare Projekt selbst in der Hand.

Fazit

Eigenleistung passt, wenn verifizierte Daten vorliegen und du die fachlichen Grenzen kennst. Ein Elektrikerauftrag ist die bessere Wahl, wenn Aufnahme, Planung oder technische Verantwortung gebraucht werden. Rechne mit deinen echten Angeboten und deiner dokumentierten Zeit; die Kontrolle macht in beiden Fällen die zugelassene Stelle. Wie sich der Preis eines Elektroplans zusammensetzt, zeigt Was kostet ein Elektroplan?.

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