Vergleich

PlanElec vs. Excel & Papier: Warum digitale Eindrahtschemas besser sind

Eindrahtschema mit PlanElec, Excel oder auf Papier: was das AREI verlangt, wo Handzeichnung und Tabelle an Grenzen stoßen und was PlanElec automatisch prüft.

Veröffentlicht am 5. Mai 2026 Aktualisiert am 5. Oktober 2026 6 min

Ein Eindrahtschema darfst du nach AREI auch von Hand oder mit Excel erstellen; digital ist es keine Pflicht. Ein Planungswerkzeug wie PlanElec hat aber drei klare Vorteile: Schema und Positionsplan entstehen aus demselben Projektmodell, Änderungen ziehen automatisch durch beide Pläne, und ein AREI/RGIE-Selbstcheck findet typische Planungsfehler, bevor der Kontrolleur sie findet. Papier und Excel bleiben bei sehr kleinen Arbeiten brauchbar. Sobald mehrere Stromkreise, Etagen oder Änderungen ins Spiel kommen, wird der Abgleich von Hand zur eigentlichen Fehlerquelle.

Vergleich auf einen Blick

KriteriumPlanElecExcel/WordPapier
Kosten heuteEarly Access: 0 EURVorhandene LizenzPapier und Zeit
Symbole nach AREI Tabelle 2.23Symbolkatalog für den belgischen Kontext, mit LegendeSelbst zeichnen oder einfügenVon Hand zeichnen
Aufbau des SchemasAutomatisch aus der elektrischen TopologieManuellManuell
PositionsplanAus denselben Projektdaten, Referenzen verknüpftSeparate DateiSeparates Blatt
ÄnderungenEinmal im Modell, beide Pläne folgenJede Ansicht einzeln nachführenNeu zeichnen
PrüfungAREI/RGIE-Selbstcheck für unterstützte RegelnKeineKeine
PDFEindrahtschema, Positionsplan und Dossier mit TitelblockManuell, Seitenumbrüche von HandScan
Offizielle KeuringDurch zugelassenen KontrollorganismusDurch zugelassenen KontrollorganismusDurch zugelassenen Kontrollorganismus

Was verlangt das AREI von Eindrahtschema und Positionsplan?

Das AREI legt Inhalt und Lesbarkeit fest, nicht das Werkzeug. Die wichtigsten Anforderungen aus Buch 1:

AnforderungFundstelle
Schemata, Pläne und Unterlagen tragen eindeutig Nummer, Fassung und Datum der FassungAbschnitt 3.1.2
Der für die Ausführung Verantwortliche erstellt Eindrahtschema und Positionsplan; Name, Eigenschaft, ggf. MwSt.-Nummer und Adresse der Anlage stehen daraufUnterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a
Stromkreise erhalten einen Großbuchstaben, Lichtpunkte, Steckdosen und Bedienelemente eine fortlaufende Nummer; der Positionsplan verwendet dieselbe KennungUnterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a
Symbole nach Tabelle 2.23; fehlt dort ein Symbol, ist jedes eindeutige, in der Legende erklärte Symbol zulässigKapitel 2.13, Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a
Der Eigentümer bewahrt die Akte mit Eindrahtschema, Positionsplan und Kontrollbericht in zweifacher Ausfertigung aufAbschnitt 9.1.2

Ein sauber gezeichneter Plan, der diese Punkte erfüllt, ist nach dem AREI zulässig. Entscheidend ist, dass Schema und Positionsplan vollständig, lesbar und widerspruchsfrei sind. Genau dort setzt der Unterschied zwischen den Werkzeugen an.

Papier: schnell begonnen, schwer gepflegt

Auf Papier zeichnest du ohne Einarbeitung los. Die Grenzen zeigen sich bei der ersten Änderung: Eine vergessene Steckdose verschiebt die Nummerierung des Stromkreises, und du musst Schema und Positionsplan von Hand nachziehen. Bei vielen Stromkreisen wird das schnell unübersichtlich. Durchgestrichene Korrekturen und eine Handschrift, die nur du lesen kannst, machen den Plan für den Kontrolleur schwerer prüfbar. Symbole aus Tabelle 2.23 sauber und einheitlich zu zeichnen, kostet Zeit; jedes abweichende Symbol braucht eine Legende.

Excel und Word: ordentlich, aber ohne Elektrik dahinter

Excel bringt Ordnung in Listen, kennt aber keine elektrischen Zusammenhänge. Symbole fügst du als Bild ein oder baust sie aus Formen nach. Die Hierarchie aus Hauptschalter, Differenzialschalter, Leitungsschutzschalter und Verbrauchern baust du von Hand auf und passt sie bei jeder Änderung an. Größere Schemas sprengen die A4-Seite, und die Druckvorschau verschiebt Seitenumbrüche dorthin, wo sie nicht hingehören.

Vor allem prüft Excel nichts: Ob an einem Differenzialschalter zu viele Stromkreise hängen oder der Querschnitt nicht zur Absicherung passt, zeigt dir keine Zelle an.

Was PlanElec anders macht

Ein Modell, zwei Pläne

In PlanElec platzierst du Geräte im Grundriss und verbindest sie mit Stromkreis, Schutzorgan und Leitung. Aus dieser Topologie baut PlanElec das Eindrahtschema mit Hauptschalter, Differenzialschaltern, Leitungsschutzschaltern und Verbrauchern auf; der Positionsplan verwendet dieselben Geräte und Kennungen. Ergänzt du einen Stromkreis, folgen beide Pläne. Mehr dazu in Eindrahtschema Schritt für Schritt und Positionsplan zeichnen.

Selbstcheck statt Bauchgefühl

Der AREI/RGIE-Selbstcheck prüft die Projektdaten gegen einen dokumentierten Regelausschnitt von Buch 1, Version 06 (anwendbar seit 1. April 2026). Eine Auswahl:

PrüfungFundstelle
Differenzialschalter höchstens 300 mA am SpeisepunktAREI 4.2.4.3
Höchstens 8 Endstromkreise je Differenzialschalter bis 30 mAAREI 4.2.4.3.b
Differenzialschalter bis 30 mA für SteckdosenstromkreiseAREI 4.2.4.3.b
Hauptschalter mindestens 40 A in hauswirtschaftlichen AnlagenAREI 5.3.5.1.b
Absicherung passend zum LeiterquerschnittAREI 4.4.1.4, Tabelle 4.11
Spannungsfall aus der Kabellänge (Richtwerte 3 % / 5 %)AREI 5.2.5
Differenzialschalter bis 30 mA für Räume mit Badewanne oder DuscheAREI 7.1.4.3
Höchstens 8 Einzel- oder Mehrfachsteckdosen je EndstromkreisAREI 5.3.5.2.b

Ein fehlerfreier Lauf bedeutet: Die unterstützten Regeln finden in deinen Daten keinen Fehler. Messungen, Bedingungen vor Ort und nicht modellierte Regeln prüfst du als Fachkraft; die Keuring macht der zugelassene Kontrollorganismus. Welche Regeln enthalten sind, zeigt Was die Selbstprüfung kontrolliert.

Dokumente, die zusammenpassen

PlanElec exportiert Eindrahtschema und Positionsplan als PDF mit Titelblock, dazu den orientierenden Selbstprüfbericht und ein auswählbares Installationsdossier mit Deckblatt, Verzeichnis und Seitennummerierung. Installateurdaten und Logo stehen auf allen Dokumenten. Die PDFs sind der Stand, den du vor Ort mit der Ausführung abgleichst; Nummer, Fassung und Datum pflegst du für jede neue Fassung.

Was kostet der Umstieg?

Papier und Excel kosten kein Geld, aber Zeit bei jeder Änderung. PlanElec kostet im Early Access 0 EUR. Die künftigen Tarife ab 15 EUR je Objekt oder 29 EUR im Monat zzgl. MwSt. stehen auf der Preisseite; den Starttermin kündigen wir rechtzeitig vorher an. Fachliche Prüfung und Keuring fallen unabhängig vom Werkzeug an. Wie sich Selbstzeichnen und Beauftragen eines Elektrikers unterscheiden, zeigt der Kostenvergleich.

Wann Papier reicht

Für eine kleine, nicht wesentliche Änderung genügt nach AREI 3.1.2.1 Buchstabe a eine kurze Beschreibung statt eines neuen Eindrahtschemas. Auch ein sehr kleiner Plan mit wenigen Stromkreisen lässt sich sauber von Hand zeichnen, wenn Kennungen, Symbole, Legende und Titelangaben stimmen. Sobald die Installation wächst oder sich ändert, spart das gemeinsame Modell den doppelten Abgleich.

Fazit

Papier und Excel sind zulässig, aber sie lassen dich mit dem Abgleich zwischen Schema und Positionsplan allein und prüfen nichts. PlanElec führt Grundriss, elektrische Topologie und Schaltschrank in einem Projekt zusammen, erzeugt beide Pläne aus denselben Daten und meldet typische Planungsfehler früh. Die Abnahme der Anlage bleibt Sache des zugelassenen Kontrollorganismus.

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