PV-Anlage im Positionsplan zeichnen: Module, Wechselrichter und Leitungswege
So verortest du PV-Module, Wechselrichter, feste Trennstellen, Verteiler und Leitungswege im Positionsplan und hältst ihn synchron mit dem Eindrahtschema.
Im Positionsplan zeichnest du, wo die festen Teile der PV-Anlage tatsächlich sitzen: Modulfelder, Wechselrichter, feste Trennstellen, der Verteiler mit dem PV-Abgang und die Leitungswege dazwischen. AREI 3.1.2.3 a verlangt, dass der Positionsplan die Lage der Quellen – ausdrücklich Solarzelle, Wechselrichter und Batterie – zeigt, die im Eindrahtschema dargestellt sind. Das Eindrahtschema erklärt die elektrische Kette, der Positionsplan macht sie vor Ort auffindbar. Für Wartung, Umbau und Prüfung muss klar sein, auf welcher Dachfläche die Module liegen, wo der Wechselrichter hängt und wie die Anlage mit dem Verteiler verbunden ist.

Der Positionsplan ist weder Dachstatikplan noch vollständiger DC-Schaltplan. Er ergänzt das Eindrahtschema, ohne dessen elektrische Details zu wiederholen.
Gemeinsamer Beispielauftrag: DB1, INV1, S1 und S2
Der fiktive Auftrag aus dem PV-Dokumentationsleitfaden verwendet DB1 für den Hauptverteiler, INV1 im Technikraum und S1/S2 für die Strings auf Ost- und Westdach. Die Referenzen sind redaktionelle Beispiele, kein exportiertes Musterprojekt. Für deinen Auftrag übernimmst du die tatsächlichen Bezeichnungen.
| Referenz | Im Positionsplan auffinden | Gegenprüfung im Schema |
|---|---|---|
| S1 / S2 | Zugehörige Dachfläche und dokumentierter Gebäudeeintritt | Bestätigter String und Eingang MPPT1 / MPPT2 |
| INV1 | Tatsächlicher Montageort im Technikraum | Modellreferenz und DC-/AC-Anschlüsse |
| DB1 | Hauptverteiler mit eindeutigem Standort | Anschlussstelle des PV-Zweigs |
| EV1, spätere Erweiterung | Ladepunkt am Stellplatz | Eigener Ladezweig im Kombinationsartikel |
Einen noch nicht aufgenommenen Kabelabschnitt führst du in der Arbeitsliste als offen, statt ihm einen scheinbar genauen Verlauf zu geben. Vor der Übergabe prüft der Betrieb dieselben Referenzen an Anlage, Schema und Plan. Die Installations-Anleitung führt durch Zuordnung und abgeleitetes Schema; die räumliche Aufnahme vor Ort liefert die Fachkraft.
Grundlage: aktueller Gebäudeplan und Ist-Aufnahme
Arbeite mit einem maßstäblich nachvollziehbaren Grundriss oder einer eindeutigen Gebäudezeichnung mit Geschossen, Räumen, Zugängen und wichtigen Außenflächen. Für Dachanlagen hilft eine Dachaufsicht oder eine ergänzende Ansicht. Prüfe vor Ort:
- genaue Modulfelder und ihre Orientierung;
- Lage des Wechselrichters oder der Mikro-Wechselrichter;
- feste DC- und AC-Trennstellen, sofern vorhanden;
- Haupt- oder Unterverteiler, an den die PV-Anlage angeschlossen ist;
- feste Kabeldurchführungen und wesentliche Leitungswege;
- Zähler- oder Messschrank, wenn er für die Zuordnung nötig ist;
- Batteriespeicher, Backup-Umschaltung oder Generatoranschluss, falls Teil des Systems.
Übernimm den Angebotsplan nicht ungeprüft. Dachbelegung, Wechselrichterstandort und Leitungsführung ändern sich während der Montage häufig.
Was auf dem Dach erscheinen sollte
Zeichne das Modulfeld so, dass seine Lage eindeutig ist. Je nach Größe und Planmaßstab heißt das:
- einzelne Module oder klar abgegrenzte Modulgruppen;
- Zuordnung zu Dachfläche, Nebengebäude, Fassade oder Freifläche;
- verständliche Kennzeichnung der Strings, wenn sie die Verbindung zum Eindrahtschema herstellt;
- Lage fest installierter DC-Sammel- oder Schaltkästen;
- relevante Gebäudekanten, Dachzugänge oder Brandabschnitte, soweit sie die elektrische Lage erklären.
Jede Steckverbindung unter einem Modul gehört nicht in den Positionsplan. Stringverschaltung, Polarität, Leitertyp und elektrische Schutzkette stehen im PV-Eindrahtschema. Auf beiden Dokumenten verwendest du dieselben String- und Gerätebezeichnungen.
Wechselrichter eindeutig lokalisieren
Markiere den tatsächlichen Montageort und unterscheide gegebenenfalls:
- zentralen Stringwechselrichter;
- mehrere Wechselrichter;
- Mikro-Wechselrichter an oder unter den Modulen;
- Hybridwechselrichter und separaten Batteriespeicher;
- zugehörige feste Trenn- oder Schaltvorrichtungen.
Die Beschriftung „Garage“ reicht in einem großen Raum oft nicht. Setze das Symbol an die Wand oder Position, an der das Gerät erreichbar ist. Bei außen montierten Geräten gibst du die Fassadenseite eindeutig an.
Leitungswege lesbar statt dekorativ zeichnen
Ein hilfreicher Plan zeigt, wie die feste Verbindung räumlich vom Modulfeld zum Wechselrichter und weiter zum Verteiler verläuft. Zeichne vor allem Gebäudedurchführungen, Steigzonen, Schächte und Geschosswechsel ein, die später nicht mehr sichtbar sind.
DC- und AC-Weg unterscheidest du über definierte Linienarten oder Beschriftungen. Farben allein reichen nicht, weil Ausdrucke schwarz-weiß sein können. Eine Legende kann zum Beispiel festlegen:
PV-DC ─ ─ ─ Gleichstromleitung vom Modulfeld
PV-AC ───── Wechselstromleitung zum Verteiler
DAT ····· feste Mess-/Kommunikationsleitung
Die Linien sind Dokumentationssymbole, keine Aussage über Verlegeart oder Kabeltyp. Diese Angaben stehen am zugehörigen Stromkreis im Eindrahtschema.
Symbole und eigene Legende
Tabelle 2.23 von AREI Buch 1 V06 ist ausdrücklich eine nicht erschöpfende Symbolliste. Fehlt dort ein passendes Symbol, erlaubt 3.1.2.1 a jedes andere eindeutig identifizierbare Symbol, das in der Legende von Eindrahtschema und Positionsplan definiert ist. Achte auf:
- ausreichende Größe im PDF-Ausdruck;
- unterschiedliche Form oder Zusatztext für Wechselrichter und Speicher;
- gleichbleibende Referenzen auf allen Seiten;
- keine rein farbliche Unterscheidung;
- klare Abgrenzung zwischen elektrischem Betriebsmittel und baulichem Objekt.
Die AREI-Symbolübersicht erklärt die Legendenregel und technische Zusatzangaben ausführlicher.
Stromkreisreferenzen verbinden beide Pläne
AREI 3.1.2.1 a legt für Eindrahtschema und Positionsplan eine gemeinsame Referenzlogik fest: Im Positionsplan tragen die Bestandteile den Buchstaben ihres Stromkreises und die laufende Nummer aus dem Eindrahtschema. Der AC-Abgang des Wechselrichters trägt deshalb im Positionsplan dieselbe Stromkreiskennung wie im Eindrahtschema. String- und Gerätekennungen bleiben ebenfalls identisch, wenn sie auf beiden Plänen vorkommen.
Ein praktischer Abgleich läuft in beide Richtungen:
- Jedes feste PV-Element im Positionsplan findest du im Eindrahtschema oder in dessen Legende wieder.
- Jeder räumlich relevante PV-Baustein des Eindrahtschemas hat eine auffindbare Position.
- Verteiler- und Geschossbezeichnungen stimmen überein.
- Versionsstand, Datum und Anlagenadresse sind auf beiden Dokumenten gleich.
Mehr zur Aufgabenteilung steht unter Eindrahtschema versus Positionsplan.
Besondere Konfigurationen
Mikro-Wechselrichter
Bei vielen baugleichen Geräten ist eine gruppierte Darstellung mit Anzahl, Typ und eindeutiger Zuordnung lesbarer als überlappende Symbole. Der elektrische Parallelanschluss bleibt im Eindrahtschema sichtbar.
Batteriespeicher
Markiere Speicher, Wechselrichter, feste Trennstellen und gegebenenfalls Backup-Verteiler räumlich. Ein Speicher ist kein PV-Modul und bekommt ein eigenes Symbol. Sicherheitsabstände und Aufstellanforderungen kommen aus Planung und Herstellerunterlagen; der Plan dokumentiert die ausgeführte Lage.
Nebengebäude oder Freifläche
Zeige die Verbindung zwischen den Gebäuden, den Eintrittspunkt und die beteiligten Unterverteiler. Ein Pfeil „zum Haus“ ohne eindeutiges Ziel erschwert jede spätere Arbeit.
Bestehende Anlagen
AREI 8.2.2 Nr. 7 erlaubt für bestehende hauswirtschaftliche PV-Anlagen bis 10 kVA, die unter diese Bestandsregel fallen, statt eines Positionsplans nach 3.1.2.3 a eine schriftliche Beschreibung, gegebenenfalls ergänzt durch Fotos. Für Neubau und wesentliche Änderungen gilt diese Abweichung nicht; dort zeichnest du einen aktuellen Positionsplan. Ob ein konkreter Bestand darunter fällt, klärt die Fachkraft.
Dossier und Fotodokumentation
Fotos ergänzen den Positionsplan sinnvoll, besonders bei verdeckten Leitungswegen, Dachbereichen und Gerätebeschriftungen. Die strukturierten elektrischen Pläne bleiben trotzdem die Grundlage. Lege mindestens ab:
- finalen Positionsplan und Eindrahtschema;
- Modul- und Wechselrichterdaten;
- verfügbare String- und Messdaten;
- Herstelleranleitungen und Konformitätsunterlagen;
- Prüfberichte einer zugelassenen Stelle;
- spätere Änderungen mit neuem Versionsstand.
Der Eigentümer hält das Dossier verfügbar und lässt es bei Änderungen aktualisieren. Für PV-Anlagen bis 10 kVA verlangt 7.112.2 ausdrücklich, die Unterlagen nach Abschnitt 9.1.2 für alle Betroffenen zur Einsicht bereitzuhalten.
Abschlusscheck
Kontrolliere vor dem PDF-Export:
- Sind alle Modulfelder, Wechselrichter und festen Zusatzgeräte am richtigen Ort?
- Sind DC- und AC-Weg unterscheidbar und in der Legende erklärt?
- Stimmen Stromkreis-, String- und Verteilerreferenzen mit dem Eindrahtschema überein?
- Bleiben Symbole und Texte im geplanten Druckformat lesbar?
- Zeigt der Plan den Ist-Zustand statt des ursprünglichen Angebots?
- Tragen beide Pläne dieselbe Adresse, Version und dasselbe Datum?
Mehrseitige Pläne eindeutig organisieren
Passen Dach, Technikraum und Verteilung nicht lesbar auf eine Seite, teile den Plan in beschriftete Ansichten. Ein Übersichtsblatt zeigt die Beziehung zwischen Gebäude, Dachflächen und Verteilern; Detailblätter vergrößern Modulfelder oder Technikzonen. Verwende Blattnummern und eindeutige Fortsetzungsverweise wie „PV-DC weiter auf Blatt LP02“.
Jede Teilansicht braucht genug Orientierung: Geschoss, Raumname, Nordrichtung oder eine klar erkennbare Gebäudeseite. Dieselbe Gerätekennung erscheint nur dann an mehreren Positionen, wenn es tatsächlich mehrere Geräte gibt. Eine Referenztabelle führt Symbol, Geräte-ID, Stromkreis und Blatt zusammen. So bleibt auch ein umfangreicher Plan prüfbar, ohne dass kleine Symbole oder lange Leitungswege die Lesbarkeit zerstören.
Praxisbeispiel: zwei Dachflächen und ein Wechselrichter im Technikraum
Ein Haus hat Module auf Ost- und Westdach, zwei DC-Strings und einen Wechselrichter im Technikraum. Der Positionsplan zeigt zwei getrennte Modulfelder mit eigener Kennung, nicht ein Symbol in der Dachmitte. Markiere, welche Stringreferenz zu welcher Fläche gehört und wo die DC-Leitungen ins Gebäude eintreten. Den gemeinsamen Leitungsweg zum Technikraum zeichnest du nur dann als einen Trassenabschnitt, wenn er real so ausgeführt ist.
Im Technikraum bekommt der Wechselrichter eine eindeutige Gerätekennung und seine reale Wandposition. Sitzen DC-Trennstelle, Überspannungsschutz oder weitere feste Einrichtungen extern, lokalisierst du auch sie und verknüpfst sie mit dem Eindrahtschema. Integrierte Funktionen bleiben am Gerät dokumentiert und bekommen keine erfundenen separaten Kästen. Der AC-Weg endet am richtigen Verteiler und Stromkreis; eine Linie zum nächstgelegenen Raum wäre fachlich wertlos.
Prüfe die Orientierung des Dachdetails. Dachseite, Traufe, First, Nordrichtung und erkennbare Gebäudekanten reichen, um Feld und Eintrittspunkt vor Ort wiederzufinden. Der Plan ist keine Montagezeichnung mit jedem Haken, zeigt aber alle Unterschiede, die für elektrische Zuordnung, sicheres Arbeiten oder spätere Fehlersuche zählen.
Aufnahme bei verdeckten oder unzugänglichen Wegen
Lässt der Bestand eine Route nicht erkennen, zeichnest du auch keine geometrisch exakte. Kennzeichne den Abschnitt als verdeckt oder als aus vorhandenen Unterlagen übernommen und bewahre die Quelle der Angabe auf. Fotos vom Eintrittspunkt, Beschriftungen, Durchführungen und Technikraum grenzen die Unsicherheit ein. Eine gestrichelte Linie hat nur dann diese Bedeutung, wenn die Legende sie definiert.
Unterscheide drei Wissensstände: vor Ort gesehen, durch verlässliche technische Unterlagen belegt und noch zu klären. Offene Punkte gehören in die Arbeitsliste, nicht als scheinbar sichere Linie in die Endfassung. Vor der Kontrolle entscheidet die verantwortliche Fachkraft, ob weitere Aufnahme oder Freilegung nötig ist.
Änderungen am Dach systematisch nachführen
Nach Modultausch, zusätzlichem Feld oder neuem Wechselrichter prüfst du mehr als die sichtbare Dachfläche. Aktualisiere Feld- und Stringkennung, Leitungsweg, Eintrittspunkt, Geräteposition, DC- und AC-Referenzen sowie die technischen Unterlagen. Werden Module nur innerhalb eines bestehenden Strings ersetzt, dokumentierst du trotzdem die tatsächlich installierte Anzahl und Nennleistung – genau diese Angaben nennt 7.112.4 auch für den Kontrollbericht. Werden Strings neu verschaltet, tragen Eindrahtschema und Positionsplan denselben neuen Stand.
Bewahre die ersetzte Version mit Datum getrennt auf. So erkennst du später, ob ein Foto oder Prüfbericht zum alten oder zum aktuellen Aufbau gehört. Eine Cloud-Ansicht des Wechselrichters liefert Ertragsdaten; räumliche Aufnahme und Planstand bleiben deine Aufgabe.
Kontrolliere die Endfassung in der vorgesehenen Druckgröße. Ein neues Feld überdeckt keine vorhandenen Referenzen, und eine Leitung sieht nicht aus wie eine Gebäudekante. Verschiebe Detailrahmen kontrolliert, aktualisiere den Blattindex und prüfe jeden Fortsetzungsverweis. Dann bleibt auch eine erweiterte Dachanlage vor Ort ohne Zoomen und ohne Editor-Datei verständlich.
Die amtliche FÖD-Seite zu Kontrollen von Wohnanlagen nennt Quellen ausdrücklich als Inhalt von Eindrahtschema und Positionsplan und die PV-Technikunterlagen als Teil des Dossiers. Die nötige Detailtiefe richtet sich nach Anlage und amtlichem Buch 1 V06, nicht nach einer pauschalen Dachvorlage.
Positionsplan mit PlanElec erstellen
Mit PlanElec platzierst du PV-Komponenten im Positionsplan, erfasst die elektrische Struktur im Eindrahtschema und exportierst beide Dokumente als PDF. Ein Modulsymbol steht dabei für einen vollständigen String und wird genau einem String des verknüpften Wechselrichters zugeordnet; fehlende, doppelte und ungültige String-Verknüpfungen meldet die Selbstprüfung. Beide Pläne nutzen dieselben Projektdaten, sodass Referenzen nicht auseinanderlaufen. Die Rollen sind klar: Die AREI/RGIE-Selbstprüfung zeigt dir Befunde in den unterstützten Regeln, den Abgleich mit der Anlage machst du vor Ort, und die Abnahme übernimmt die zugelassene Kontrollstelle.
Quellenstand
Grundlage ist die amtliche Veröffentlichung von AREI/RGIE Buch 1, insbesondere Teil 2 Tabelle 2.23, Teil 3 (3.1.2.1 und 3.1.2.3) zu Inhalt und Referenzen, Kapitel 7.112, Teil 8 (8.2.2 Nr. 7) für die eng begrenzte Bestandsabweichung und Teil 9 zum Dossier. Geprüfter Stand: V06, 05.10.2026.
Vom Leitfaden zum eigenen Elektroplan
Erstelle ein Projekt und dokumentiere Stromkreise, Kabel und Schutzgeräte. Prüfe das Ergebnis anhand der tatsächlichen Installation.
Fiktives Beispieldossier, ohne Anmeldung abrufbar.