Domotica und KNX in der Elektroinstallation: Was gehört in Plan und Eindrahtschema?
Bus statt Korrespondenzleiter: was bei einer KNX-Anlage ins Eindrahtschema und in den Positionsplan gehört, was in die ETS gehört und wie PlanElec beides trennt – mit AREI-Fundstelle neben jeder Aussage.
Was gehört bei einer KNX-Anlage in Eindrahtschema und Positionsplan?
In die Prüfungsunterlagen gehört die elektrische Anlage: die Busspannungsversorgung als ortsfestes Gerät im Verteiler mit ihrem Überstromschutz, der KNX-Aktor als Steuerwerk, jeder geschaltete Lastkreis mit Leitungstyp, Querschnitt, Leiterzahl und Verlegeart sowie jeder Taster als Steuerwerk mit seiner Kennzeichnung. Nicht in diese Unterlagen gehören Gruppenadressen, Geräteparameter, Szenen und Logik — die leben im ETS-Projekt und sind kein Gegenstand des AREI.
Diese Trennlinie ist der ganze Artikel in einem Satz. Der Rest erklärt, warum sie dort liegt, und was auf welcher Seite steht.
| Bestandteil | Was es elektrisch ist | Im Eindrahtschema | Im Positionsplan | Im ETS-Projekt |
|---|---|---|---|---|
| KNX-Busspannungsversorgung | ortsfestes Gerät, 230-V-Verbraucher im Verteiler | ja, mit vorgeschalteter Überstrom-Schutzeinrichtung (3.1.2.2 a) | am Standort der Verteiler- und Schaltgerätekombination (3.1.2.3 a) | als Gerät der Linie |
| Busleitung zwischen den Busgeräten | Kleinspannungsleitung (5.2.2.2, 5.2.9.15) | nicht unter den in 3.1.2.2 a aufgezählten Pflichtangaben zu den Leitungen der Lastkreise | nein | Linien- und Bereichstopologie |
| KNX-Aktor im Verteiler | Steuerungseinrichtung nach 5.3.3.2 b und Schaltglied | ja, als ortsfestes Gerät im Lastkreis | am Standort des Verteilers (3.1.2.3 a) | ja, mit Applikation und Parametern |
| Aktorkanal → Leuchte | 230-V-Lastkreis | ja: Typ, Querschnitt, Leiterzahl, Verlegeart; Lichtpunkt fortlaufend nummeriert (3.1.2.1 a) | Lichtpunkt mit Kreisbuchstabe und Nummer (3.1.2.1 a) | Kommunikationsobjekt des Kanals |
| Taster / Bedienstelle | Steuerwerk, am Bus, ohne eigenen 230-V-Lastkreis | ja, als Steuerwerk mit laufender Nummer (3.1.2.1 a) | Buchstabe des Kreises plus Nummer des Lichtpunkts, den er steuert (3.1.2.1 a) | Gruppenadresse |
| Gruppenadressen, Parameter, Szenen | keine Betriebsmittel | nein | nein | ja — und ausschließlich dort |
Was bedeutet Domotica beziehungsweise Gebäudeautomation?
Domotica ist der in Belgien übliche Begriff für die Automation der Wohnung: Bedienen, Schalten, Regeln und Verknüpfen von Licht, Rollläden, Heizung und Zutritt über eine gemeinsame Steuerungsebene statt über je einen eigenen, fest verdrahteten Schalter. „Gebäudeautomation" meint dasselbe eine Nummer größer, im Nichtwohnbau.
Das AREI kennt den Begriff — aber nicht als eigene Regelkategorie mit eigenen Pflichten, sondern als Symbolfamilie. Tabelle 2.23, aufgenommen in Kapitel 2.13, führt unter Buchstabe J „Domotik" das Steuerwerk. Es wird dort „durch ein Rechteck dargestellt, das aus zwei Teilen besteht": unten das Grundsymbol — Beispiele der Tabelle sind ein Schalter oder eine Steckdose mit Schalter —, oben der Steuerungstyp. Die Tabelle nennt als Steuerungstypen die lokale Steuerung mittels Drucktaster, die drahtlose Steuerung, die programmierte Steuerung, die Erweiterung der Steuerung mittels Drucktaster und die Sensorsteuerung.
Daraus folgt zweierlei. Erstens: Eine Domotica-Bedienstelle ist im Sinne der Zeichnungsvorschriften ein Steuerwerk, kein einfacher Schalter — und Steuerwerke sind in Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a ausdrücklich neben Lichtpunkten und Steckdosen zu nummerieren. Zweitens: Das AREI schreibt kein KNX-spezifisches Symbol vor. Wo Tabelle 2.23 kein Symbol enthält, darf nach demselben Unterabschnitt „jedes andere eindeutig identifizierbare Symbol" benutzt werden, sofern es „in der Legende der Einstrich-Schemata und Lagepläne bestimmt ist". Die Legende ist bei einer Busanlage also keine Kür.
Was ist KNX und wie unterscheidet es sich von einer konventionellen Installation?
KNX ist ein herstellerübergreifender Standard für die Gebäudeautomation. Die KNX Association führt die Anerkennungen auf: ISO/IEC hat KNX 2006 als internationale Norm ISO/IEC 14543-3 anerkannt, CENELEC 2003 als europäische Norm EN 50090, CEN 2006 als EN 13321-1 (als bloßer Verweis auf EN 50090) und EN 13321-2 (KNXnet/IP), SAC 2007 als chinesische Norm GB/T 20965 und ANSI/ASHRAE 2005 als US-Norm ANSI/ASHRAE 135. Genau das unterscheidet KNX von einem Systembus, den ein einzelner Hersteller definiert: Die Norm gehört keiner Marke.
Die Busgeräte tauschen ihre Informationen über ein gemeinsames Medium aus — nach Darstellung der KNX Association „twisted pair, radio frequency, power line or IP/Ethernet". Die zu übertragende Information wird „in ein Telegramm gepackt" und vom Sensor zu den Aktoren übertragen. Im belgischen Wohnungsbau ist die verdrillte Zweidrahtleitung der Regelfall; die anderen Medien sind vor allem Nachrüst- und Kopplungswege.
| Merkmal | Konventionelle Installation | KNX-Installation |
|---|---|---|
| Was die Bedienstelle tut | unterbricht den Lastkreis selbst, 230 V liegen am Schalter an | gibt ein Telegramm auf den Bus; 230 V schaltet der Aktorkanal im Verteiler |
| Leitung zur Bedienstelle | Lastleitung, Leiterzahl abhängig von der Schaltungsart | Busleitung in Kleinspannung |
| Zusätzliche Schaltstelle | zusätzlicher Kreuzschalter plus je zwei Korrespondenzleiter | zusätzlicher Taster am vorhandenen Bus, Zuordnung in der ETS |
| Funktionsänderung nach Bezug | Umverdrahtung | Umparametrierung in der ETS, die Verdrahtung bleibt |
| Wo die Funktion sitzt | in der Verdrahtung | dezentral in Sensor und Aktor, nicht in einer Zentrale |
| Prüfungsunterlagen nach AREI | Eindrahtschema und Lageplan (3.1.2.2 a, 3.1.2.3 a) | dieselben Unterlagen mit denselben Pflichtinhalten, zusätzlich das ETS-Projekt als eigene, nicht vom AREI geregelte Dokumentation |
| Inbetriebnahme | einschalten und prüfen | zusätzlich Adressierung und Programmierung mit der ETS |
| Fehlersuche | Messung im Lastkreis | Messung im Lastkreis und Busdiagnose |
| Abhängigkeit vom Planungswerkzeug | keine | Änderungen brauchen das ETS-Projekt und einen Zugang dazu |
Welche Rolle haben Busversorgung, Sensor, Taster, Aktor, Kanal und Verbraucher?
Am kürzesten wird das an einer einzigen Kette klar. Eine Deckenleuchte im Flur soll von einem Taster neben der Haustür geschaltet werden.
- Busspannungsversorgung. Ein Modul im Verteiler wird aus einem 230-V-Stromkreis gespeist und stellt an seinen Klemmen BUS+ und BUS− die Betriebsspannung für alle Busteilnehmer bereit. Es ist ein ortsfestes Gerät und braucht wie jedes andere eine vorgeschaltete Überstrom-Schutzeinrichtung. Ohne diese Versorgung ist der Bus stromlos und kein Taster funktioniert — auch nicht der im Flur.
- Taster als Sensor. Der Taster hängt am Bus, nicht am Lastkreis. Ein Tastendruck erzeugt ein Telegramm, das der Taster auf den Bus legt. Er trägt keinen Laststrom.
- Telegramm. Das Telegramm ist an eine Gruppenadresse gerichtet, nicht an ein Kabel. Alle Geräte, die auf diese Adresse hören, empfangen es gleichzeitig.
- Aktorkanal. Der Schaltaktor im Verteiler hat mehrere Kanäle. Genau der Kanal, dessen Kommunikationsobjekt mit dieser Gruppenadresse verknüpft ist, schließt sein Relais.
- Lastkreis und Verbraucher. Erst hier fließt Strom: vom Überstromschutz über den Aktorkanal, durch die Leitung zur Leuchte. Dieser Teil ist eine vollkommen gewöhnliche Elektroinstallation und wird nach den gewöhnlichen Regeln bemessen, abgesichert und dokumentiert.
Der Aktorkanal ist damit die Steuerungseinrichtung im Sinne von Unterabschnitt 5.3.3.2. Buchstabe b lässt bei Klein- und Niederspannung neben Schaltern und Leitungsschutzschaltern ausdrücklich Schütze, Hilfsstromschalter und „elektronische Einrichtungen" zu — unter der Bedingung, dass sie „den diesbezüglichen vom König bestätigten oder vom NBN registrierten Normen entsprechen oder Bestimmungen entsprechen, die ein Sicherheitsniveau gewährleisten, das dem in diesen Normen festgelegten Niveau mindestens gleichwertig ist". Ein KNX-Aktor ist also keine Sonderkonstruktion, aber auch kein Freibrief: Die Normkonformität des Produkts bleibt Voraussetzung.
Buchstabe d desselben Unterabschnitts erlaubt ausdrücklich, „dass eine Einrichtung mehrere gleichzeitig laufende elektrische Maschinen oder Geräte steuert". Ein Kanal, der vier Spots derselben Gruppe schaltet, ist damit gedeckt. Derselbe Buchstabe stellt aber auch klar, dass die Steuerungseinrichtung „auch dann erforderlich" ist, „wenn der Betrieb der elektrischen Maschine bzw. des elektrischen Verbrauchsgeräts von einem Relais, einem Thermostat oder einem ähnlichen Bauelement abhängig ist" — die Automatisierung ersetzt die Bedieneinrichtung nicht, sie ist eine.
Was wird elektrisch mit 230 V versorgt und was kommuniziert über den Bus?
Die Trennung verläuft an den Klemmen des Aktors, nicht an der Gerätegattung.
230 V führen: die Zuleitung zur Busversorgung, die Zuleitung zum Aktor, jeder geschaltete Abgang vom Aktorkanal zur Leuchte oder zum Rollladenmotor sowie alles, was ohnehin schon konventionell verdrahtet ist.
Über den Bus laufen: Taster, Präsenz- und Helligkeitssensoren, Raumtemperaturregler, Displays und die Kommunikation zwischen Aktoren untereinander.
Die Busleitung ist eine Kleinspannungsleitung. Für ihre Verlegung gilt Unterabschnitt 5.2.2.2: Alle Verlegearten für Niederspannungsleitungen sind auch für Kleinspannungsleitungen anwendbar, „jedoch mit Lockerungen in Bezug auf die elektrischen und/oder mechanischen Eigenschaften, außer bei äußeren Einflüssen BE2, BE3 oder CA2". Unterabschnitt 5.2.9.15 Buchstabe b bestätigt das für Kleinspannungsanlagen und nennt die wenigen Vorschriften aus Abschnitt 5.2.9, die dort nicht gelten. Ob die konkrete Busversorgung Sicherheitskleinspannung liefert und damit zusätzlich Unterabschnitt 5.2.2.3 greift, steht im Datenblatt des Herstellers — das ist eine Produkteigenschaft, keine Eigenschaft von „KNX".
Zwei weitere Punkte aus Unterabschnitt 5.3.3.2 betreffen genau diese Grenze:
- Buchstabe c: „Außer zu Messzwecken werden einpolige Steuerungseinrichtungen nicht an Neutralleitern angebracht." Ein einpoliger Schaltkanal gehört in den Außenleiter, nicht in den Neutralleiter — dass der Befehl aus der Software kommt, ändert daran nichts.
- Buchstabe f: Steuerkreise werden so entworfen und angebracht, dass Risiken durch zufällige Berührung eines oder mehrerer Punkte des Steuerkreises mit dem Körper oder der Erde begrenzt werden, „wodurch eine unbeabsichtigte Inbetriebsetzung verursacht oder eine Außerbetriebsetzung der gesteuerten elektrischen Maschine oder Geräte verhindert werden kann". Der Bus ist ein Steuerkreis in genau diesem Sinne.
Welche Informationen braucht die Elektrokontrolle und welche gehören in die ETS-Projektierung?
Die zugelassene Stelle prüft die elektrische Anlage anhand der Unterlagen, die das AREI vorschreibt. Diese Liste ändert sich durch KNX nicht.
Das Einstrich-Schema gibt nach Unterabschnitt 3.1.2.2 Buchstabe a mindestens an: Eigenschaften der elektrischen Leitungen (Typ, Querschnitt, Anzahl Leiter), Arten der Verlegung, Typ und Eigenschaften der Differenzstrom-Schutzeinrichtungen, Typ und Eigenschaften der Überstrom-Schutzeinrichtungen, Schalter, Verbindungsdosen, Abzweigdosen, Steckdosen, Lichtpunkte, ortsfeste Maschinen und Geräte sowie Quellen. Busversorgung und Aktor sind ortsfeste Geräte und fallen unter denselben Punkt wie jedes andere Verteilermodul.
Der Lageplan gibt nach Unterabschnitt 3.1.2.3 Buchstabe a die Lage der Verteiler- und Schaltgerätekombinationen, Verbindungs- und Abzweigdosen, Steckdosen, Lichtpunkte, Schalter, ortsfesten Maschinen und Geräte sowie Quellen an, „die auf dem Einstrich-Schema dargestellt sind".
Die Kennzeichnung nach Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a ist bei einer Busanlage der Punkt, an dem Nachlässigkeit am schnellsten auffällt. Auf dem Einstrich-Schema wird jeder Elementarstromkreis durch einen Großbuchstaben identifiziert; Lichtpunkte, Steckdosen und Steuerwerke erhalten eine Nummer, „die die Reihenfolge angibt, in der diese Elemente im Elementarstromkreis vorkommen, beginnend mit der Überstrom-Schutzeinrichtung, die dem Stromkreis vorgeschaltet ist". Auf dem Lageplan werden „Schalter und Steuerwerke … durch den Buchstaben des Stromkreises identifiziert, in dem sie sich befinden, und durch die laufende Nummer des Lichtpunktes oder Geräts, den/das sie steuern". Ein KNX-Taster ist ein solches Steuerwerk — die Zuordnung „dieser Taster bedient jenen Lichtpunkt" ist damit eine Angabe der Prüfungsunterlagen und nicht nur eine Angabe der ETS.
Nach Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe d werden Schemata, Pläne und Unterlagen „aktualisiert und allen Personen, die zur Überwachung, Prüfung, Instandhaltung, Reparatur oder Umgestaltung der Anlage ermächtigt sind, vor Ort zur Verfügung gestellt". Wer die Zuordnung später in der ETS ändert, hat den Plan mitzuändern.
In die ETS gehören dagegen: physikalische Adressen, Gruppenadressen, Applikationsprogramme, Parameter, Szenen, Zeit- und Logikfunktionen, Linien- und Bereichstopologie und die Sicherungskopie des Projekts. Nichts davon steht im AREI, und nichts davon ersetzt eine Angabe, die das AREI verlangt. Umgekehrt gilt genauso: Ein sauberes ETS-Projekt ist kein Eindrahtschema.
Wann ist KNX sinnvoll und welcher zusätzliche Aufwand entsteht?
Dieser Abschnitt ist Fachpraxis, nicht Norm — das AREI trifft dazu keine Aussage.
KNX rechnet sich dort, wo die Zahl der Bedienstellen, der Verknüpfungen oder der späteren Änderungen hoch ist: viele Schaltstellen für denselben Lichtpunkt, Rollladensteuerung über ganze Fassaden, Verknüpfung von Beschattung, Heizung und Anwesenheit, Nutzungen, die sich über die Jahre ändern. Ab drei oder vier Schaltstellen wächst der Verdrahtungsaufwand einer Kreuzschaltung schnell; die konventionellen Alternativen dazu — Taster mit Stromstoßrelais — sind in Wechsel-, Kreuz- oder Serienschaltung beschrieben und für viele Einfamilienhäuser die wirtschaftlichere Antwort.
Der Zusatzaufwand ist real und fällt an drei Stellen an:
- Planung. Busleitungsführung, Verteilerplatz für Versorgung und Aktoren, Reserve auf den Kanälen und eine Benennung der Kanäle, die auch in fünf Jahren noch lesbar ist.
- Inbetriebnahme. ETS-Lizenz, Projektierung, Adressierung, Programmierung und Funktionstest. Das ist eine eigene Leistung mit eigenem Zeitbedarf, nicht ein Nebenprodukt der Verdrahtung.
- Übergabe und Betrieb. Das ETS-Projekt gehört dem Bauherrn übergeben. Ohne Projektdatei und ohne jemanden mit ETS-Zugang ist jede spätere Änderung teuer.
Die häufigste Fehlkalkulation ist nicht der Materialpreis, sondern die Annahme, die Programmierung sei mit der Verdrahtung erledigt.
Wie grenzt sich KNX von proprietären Systemen, Matter, Home Assistant und Funk-Nachrüstung ab?
| System | Was es ist | Wo die Funktion sitzt | Was davon in die elektrische Dokumentation gehört |
|---|---|---|---|
| KNX | herstellerübergreifender Standard (EN 50090, EN 13321-1, ISO/IEC 14543-3) | dezentral in Sensor und Aktor | Busversorgung, Aktor und alle geschalteten Lastkreise |
| Proprietäres Bussystem eines Herstellers | Systemwelt eines Anbieters, oft technisch ähnlich, aber ohne herstellerübergreifende Norm | herstellerabhängig | dieselben Betriebsmittel wie bei KNX; das Symbol ist in der Legende zu definieren |
| Matter | IP-basiertes Konnektivitätsprotokoll der Connectivity Standards Alliance; läuft über Wi-Fi und Thread, Bluetooth Low Energy dient dem Commissioning | im Gerät und in der Steuerungs-App | nur die feste Installation dahinter; das Gerät selbst ist meist steckerfertig |
| Home Assistant | quelloffene Software auf einem Server, die vorhandene Systeme — auch KNX — zusammenführt | in der Software | nichts Eigenes; der Server ist ein gewöhnlicher Verbraucher |
| Funk-Nachrüstmodul hinter dem Schalter | Relaismodul in der Schalterdose, funkgesteuert | im Modul und in der App | erscheint dann, wenn die feste Verdrahtung dafür geändert wird |
Die entscheidende Unterscheidung für die Kontrolle lautet nicht „intelligent oder nicht", sondern fest installiert oder nicht. Ein steckerfertiger Zwischenstecker ändert an der festen Anlage nichts. Ein Hutschienenmodul im Verteiler und ein Aktor, der einen Lichtkreis schaltet, sind Teil der festen Anlage. Die Abgrenzung für WLAN-Module, smarte Steckdosen und Leuchtmittel behandelt Smart Home und AREI; dieser Artikel bleibt beim leitungsgebundenen Bus.
Matter und KNX schließen sich übrigens nicht aus. Matter standardisiert die Verständigung zwischen IP-Geräten und Apps, KNX die feste Automation im Gebäude; in der Praxis begegnen sie sich in einem Gateway, nicht auf derselben Leitung.
Kann PlanElec die ETS ersetzen?
Nein, und das ist auch nicht seine Aufgabe. PlanElec dokumentiert die elektrische Anlage samt der geplanten Automationsfunktionen. Die ETS projektiert, adressiert und programmiert die KNX-Geräte. Das sind zwei Arbeitsschritte mit zwei Ergebnissen, und du brauchst beide.
| Aufgabe | PlanElec | ETS |
|---|---|---|
| Eindrahtschema und Positionsplan mit Busversorgung, Aktor, Lastkreisen und Tastern | ja | nein |
| Kanalzuordnung: welcher Kanal welche Last schaltet, welche Taste ihn bedient | ja (Planung) | ja (Programmierung) |
| Logische Buslinien mit Versorgung und Busstrom-Budget | ja (Planung) | ja |
| Klemmenplan und Verteilertür-Blatt | ja | nein |
| Physikalische Adressen und Gruppenadressen | nein | ja |
| Kommunikationsobjekte, Parameter, Szenen und Logik | nein | ja |
Programmierung, Busdiagnose im Betrieb, .knxproj-Dateien | nein | ja |
Wer eine KNX-Anlage in Betrieb nimmt, braucht die ETS. Wer sie der Kontrolle vorlegt, braucht Eindrahtschema und Positionsplan. PlanElec liefert die zweite Hälfte und hält sie mit der Kanalplanung konsistent.
Wie dokumentierst du eine KNX-Anlage in PlanElec?
Öffne die Projektmetadaten und wähle unter Gebäudeautomation das Profil KNX. Damit stehen dir die herstellerneutralen Verteilermodule KNX-Spannungsversorgung und KNX-Aktor zur Verfügung, und im Grundriss platzierst du Taster aus Bedienstellen & Sensoren. Die Busversorgung parametrierst du mit ihrem Busstrom, wählbar sind 320 mA und 640 mA. Der Aktor bekommt eine Funktion (Schalten oder Rollladen), eine Kanalzahl (4, 8, 12 oder 16) und einen Nennstrom je Kanal (6, 10 oder 16 A).
Im Bereich Domotica ordnest du jedem Kanal seine Lasten und Bedienstellen zu; ein Taster kann mehrere Kanäle bedienen, mehrere Taster denselben Kanal. Unter Linien ordnest du Module und Bedienstellen den geplanten Buslinien zu und wählst das Netzteil als Versorgung. Bekannte Busströme und unbekannte Anteile weist PlanElec getrennt aus. Im Eindrahtschema erscheinen Versorgung und Aktor je einmal; für jeden belegten Kanal zeigt es eine Leistungszeile OUT zur Last und eine getrennte Zeile KNX IN zur Bedienstelle. Den Taster verortest du im Positionsplan mit dem Tastersymbol.
Unter Export → Domotica erzeugst du Kanalplan, Klemmenplan, Funktionsliste je Raum, Topologie-Diagramm, Domotica-Stückliste und den Selbstprüfungsbericht, einzeln oder gebündelt als Domotica-Übergabedossier. Der Entwurf trägt ein Wasserzeichen und ist auch mit offenen Daten exportierbar. Für die finale Fassung prüft PlanElec, ob eine geschützte Busversorgung vorhanden ist, ob die Aktoren hinter einem Leitungsschutzschalter oder FI/LS liegen, ob zugeordnete Lasten eine Leistung haben, ob ein Verbraucher doppelt belegt ist, ob ein Kanal überlastet wäre und ob eine als KNX-gesteuert markierte Last einen Kanal hat. Ein Taster ohne Kanalzuordnung bleibt eine Warnung und blockiert nicht.
Unterstützt sind Lichtkreise und Rollladenmotoren. Die bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in der Wissensdatenbank: KNX planen und dokumentieren.
Was prüft die AREI-Selbstprüfung bei KNX?
Die Selbstprüfung ist orientierend und bewertet die unterstützten Regeln anhand deiner Projektdaten. Für Automationsanlagen kommen zwei Prüfungen hinzu:
- Kanallast: Sie vergleicht die Stromsumme der dokumentierten Lastleistungen mit dem Kanalnennstrom (Schutzziel nach Unterabschnitt 4.4.1.1). Fehlt eine Leistung, meldet sie eine Datenlücke statt eines Bestanden.
- Bekannter Busstrom: Sie vergleicht die bekannten Geräteströme einer Linie mit der Kapazität der Versorgung und warnt bei Überschreitung. Unbekannte Beiträge bleiben als offen markiert.
Die übrige Busplanung prüfst du anhand der Herstellerunterlagen:
- Bedienlogik: Ob ein Taster dem richtigen Kanal zugeordnet ist, entscheidet deine Planung; elektrisch ist auch eine falsche Zuordnung einwandfrei.
- Busleitung: Leitungsführung, Stranglänge und Teilnehmerzahl je Linie stehen in den Herstellerunterlagen.
- Produktkonformität: Ob Aktor und Versorgung den nach Unterabschnitt 5.3.3.2 Buchstabe b verlangten Normen entsprechen, ist eine Eigenschaft des Produkts, nicht der Zeichnung.
- ETS-Daten: Parametrierung und Cybersicherheit der Anlage liegen in der ETS-Projektierung.
Die Konformitätsprüfung der ausgeführten Anlage mit ihren Messungen macht die zugelassene Stelle.
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KNX-Dokumentation in PlanElec anlegen →
Regelgrundlage: AREI/RGIE Buch 1 V06 — Kapitel 2.13 mit Tabelle 2.23 Buchstabe J, Unterabschnitte 3.1.2.1, 3.1.2.2, 3.1.2.3, 4.4.1.1, 5.2.2.2, 5.2.2.3, 5.2.9.15 und 5.3.3.2. Geprüft am 5. Oktober 2026. KNX-Angaben nach den Veröffentlichungen der KNX Association (Standardisierung, Technologie). Maßgeblich bleiben die amtliche Fassung, der reale Anlagenzustand und die Kontrolle der zugelassenen Stelle.